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Heilfürsorge endet: was Polizisten und Feuerwehrleute danach brauchen

Heilfürsorge ist Komfort. Sie merken Krankheitskosten erst, wenn sie nicht mehr abgedeckt sind. Und genau das passiert am ersten Tag nach dem aktiven Dienst.

Von Phillip Peil8. März 20268 Min Lesezeit
Heilfürsorge endet: was Polizisten und Feuerwehrleute danach brauchen

Was Heilfürsorge leistet und wo sie aufhört

Während Sie aktiv im Dienst sind, trägt der Dienstherr Ihre Krankheitskosten direkt. Sie brauchen keine eigene Krankenversicherung. Sobald Sie in den Ruhestand wechseln, ist Schluss. Es greift dann der normale Beihilfeanspruch, meist 70 Prozent, und für die fehlenden 30 Prozent brauchen Sie eine private Restkostenversicherung. Wer den PKV-Antrag erst mit 60 stellt, bekommt entweder einen sehr teuren Tarif, Ausschlüsse für vorhandene Diagnosen, oder beides.

Warum die Anwartschaft die wichtigste Stunde Ihrer Karriere ist

Ein Anwartschaftstarif kostet im aktiven Dienst meist 30 bis 80 Euro im Monat. Klingt nach Mini-Versicherung. Tatsächlich ist es die wichtigste finanzielle Entscheidung Ihrer aktiven Dienstzeit. Damit sichern Sie zwei Dinge auf Lebenszeit: Ihr heutiges Eintrittsalter und Ihren heutigen Gesundheitszustand. Mit 25 sind das ungefähr 80 Euro pro Monat. Mit 50 sind das 320 Euro pro Monat plus mögliche Risikozuschläge. Auf 30 Jahre Ruhestand gerechnet ist das ein Unterschied im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Die Klassiker beim Übergang aus der Heilfürsorge

  • PKV erst kurz vor Ruhestand abschließen und sich wundern, warum der Bandscheibenvorfall von 2019 jetzt Ausschluss bedeutet.
  • Anwartschaft ohne konkreten Zieltarif wählen. Dann fehlen später die Bausteine, die Sie eigentlich brauchen.
  • Beihilfeergänzung vergessen. Eigenanteile bei Kuren, Sehhilfen oder Zahnersatz summieren sich im Alter schnell.
  • Den DU-Schutz aus den Augen verlieren, weil im aktiven Dienst alles abgesichert wirkt.

Dienstunfähigkeit bleibt parallel das größte Einzelrisiko

Heilfürsorge schützt vor Krankheitskosten. Sie schützt nicht vor Einkommensverlust. Wer als Polizist oder Feuerwehrmann gesundheitlich aus dem Dienst muss, scheidet mit deutlichen Abschlägen aus. Bei zwei Drittel der vorzeitig pensionierten Polizisten greift die spezifische Polizeidienstunfähigkeit. Ohne passende Klausel im Vertrag passiert dann nichts. Mit der richtigen Klausel landet jeden Monat eine private DU-Rente auf Ihrem Konto.

Das Wichtigste in Kürze
  • Heilfürsorge endet am Tag des Ruhestands. Anschluss-PKV ist Pflicht, nicht Kür.
  • Anwartschaft mit 25 spart über das Leben gerechnet einen sechsstelligen Betrag.
  • Beihilfeergänzung und Eigenanteile im Alter mitdenken, sonst bleibt der Tarif Stückwerk.
  • DU-Klausel parallel absichern. Heilfürsorge schützt nicht Ihr Einkommen.

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Häufige Fragen

Brauche ich während der Heilfürsorge eine Krankenversicherung?+

Nein, der Dienstherr trägt die Kosten direkt. Eine Anwartschaft macht trotzdem Sinn, weil sie Ihren späteren PKV-Übergang zum heutigen Gesundheitsstatus und Eintrittsalter sichert.

Was kostet eine Anwartschaft konkret?+

Je nach Anbieter und Alter zwischen 30 und 90 Euro pro Monat. In Relation zum Risiko, später keinen sauberen PKV-Tarif mehr zu bekommen, ist das eine extrem günstige Versicherung.

Was ist mit Ehepartner und Kindern?+

Familienangehörige sind nicht über die Heilfürsorge mitversichert. Sie brauchen eine eigene Krankenversicherung. Bei Beamten-Familien ist das in der Regel eine beihilfekonforme PKV, weil Ehepartner ohne eigenes Einkommen meist 70 Prozent Beihilfe bekommen.