Verfahren bei Verdacht auf Dienstunfähigkeit
Zunächst holt die Dienstbehörde ein amtsärztliches Gutachten ein, das die gesundheitliche Eignung für das konkrete Amt bewertet. Vor der Versetzung in den Ruhestand wird geprüft, ob eine anderweitige Verwendung mit geringeren Anforderungen infrage kommt.
Wie sich das Ruhegehalt zusammensetzt
Je Dienstjahr werden 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge angerechnet, bis zum Höchstsatz von 71,75 Prozent. Bei früher Dienstunfähigkeit greifen Zurechnungszeiten, die den Ruhegehaltssatz erhöhen, ohne ihn dem Höchstsatz anzunähern.
- Amtsärztliche Begutachtung als Grundlage
- Vorrangige Prüfung einer anderweitigen Verwendung
- Ruhegehaltssatz steigt mit jedem Dienstjahr
- Zurechnungszeiten bei früher Dienstunfähigkeit
Rechenbeispiel
Ein Verwaltungsbeamter mit ruhegehaltfähigen Bezügen von 3.200 Euro und einem Ruhegehaltssatz von 39 Prozent erhält etwa 1.248 Euro Versorgung. Bei vorherigen Nettobezügen von rund 2.450 Euro ergibt sich eine Lücke von über 1.200 Euro monatlich.
Die Rolle einer privaten Dienstunfähigkeitsversicherung
Eine private Absicherung mit anerkannter Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke unabhängig von der Höhe der amtlichen Versorgung. Sie sollte so kalkuliert werden, dass die vereinbarte Rente die individuelle Differenz realistisch abdeckt.
- Die Versorgung basiert auf ruhegehaltfähigen Dienstjahren, nicht auf dem letzten Gehalt.
- Eine anderweitige Verwendung hat Vorrang vor der Ruhestandsversetzung.
- Zurechnungszeiten mildern Nachteile bei früher Dienstunfähigkeit.
- Private Vorsorge sollte auf die individuelle Lücke abgestimmt sein.
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Häufige Fragen
Wie läuft das Feststellungsverfahren in Thüringen ab?+
Über ein amtsärztliches Gutachten, das von der zuständigen Dienstbehörde eingeholt wird.
Was passiert, wenn eine andere Stelle möglich ist?+
Dann wird diese vorrangig geprüft, bevor eine Versetzung in den Ruhestand erfolgt.
Wie hoch ist der Höchstsatz des Ruhegehalts?+
71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge.
Warum eine private DU-Versicherung trotz Beamtenversorgung?+
Weil die amtliche Versorgung häufig deutlich unter dem gewohnten Nettoeinkommen liegt.
