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Die häufigsten Gründe für Dienstunfähigkeit bei Lehrkräften

Kein anderer Berufsstand im öffentlichen Dienst wird so häufig vorzeitig dienstunfähig wie Lehrkräfte. Die Gründe liegen in der besonderen Belastung des Schulalltags und lassen sich klar benennen.

Von Phillip Peil5. März 20268 Min Lesezeit
Die häufigsten Gründe für Dienstunfähigkeit bei Lehrkräften

Psychische Belastung als häufigste Ursache

Lärmpegel, große Klassen, Elterngespräche, Verwaltungsaufgaben und die permanente Verantwortung für viele Schüler gleichzeitig führen bei Lehrkräften über die Jahre zu erheblicher psychischer Belastung. Depressionen, Erschöpfungszustände und Angststörungen zählen zu den mit Abstand häufigsten Diagnosen, die eine Dienstunfähigkeit auslösen.

Stimme und Stimmbänder als berufstypisches Risiko

Wer täglich stundenlang vor einer Klasse spricht, belastet seine Stimme in einem Ausmaß, das in vielen anderen Berufen unbekannt ist. Chronische Stimmstörungen sind bei Lehrkräften ein anerkanntes Berufsrisiko und können, wenn keine Therapie ausreichend hilft, zur Dienstunfähigkeit führen.

  • Psychische Erkrankungen wie Depression und Burnout
  • Chronische Stimmstörungen durch dauerhafte Sprechbelastung
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats, etwa Rücken und Gelenke
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Dauerstress

Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf-System

Langes Stehen, Tragen von Unterrichtsmaterial und eine oft ungünstige Körperhaltung im Klassenzimmer belasten Rücken und Gelenke. Zusammen mit dauerhaftem Stress erhöht sich zudem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die ebenfalls regelmäßig als Ursache für vorzeitige Zurruhesetzungen dokumentiert werden.

Was das für die Absicherung bedeutet

Da Lehrkräfte einem überdurchschnittlichen Risiko ausgesetzt sind, sollten sie sich möglichst früh im Referendariat oder direkt zu Beginn der Verbeamtung um eine Dienstunfähigkeitsversicherung kümmern. Wer wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird, erhält ein Ruhegehalt von 1,79375 % je Dienstjahr, gedeckelt bei 71,75 %. Bei jungen Lehrkräften mit wenigen Dienstjahren fällt diese Versorgung entsprechend gering aus, weshalb eine zusätzliche Absicherung sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Lehrkräfte werden überdurchschnittlich häufig dienstunfähig
  • Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache, gefolgt von Stimmproblemen
  • Der Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System sind ebenfalls typische Risikobereiche
  • Eine frühzeitige Absicherung im Referendariat lohnt sich besonders für Lehrkräfte

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Häufige Fragen

Warum sind Lehrer besonders häufig betroffen?+

Die Kombination aus psychischer Dauerbelastung, Stimmbeanspruchung und körperlicher Belastung im Klassenzimmer führt statistisch zu einer überdurchschnittlichen Quote an Dienstunfähigkeiten.

Zählen Stimmprobleme als Berufskrankheit?+

Chronische Stimmstörungen bei Lehrkräften werden in vielen Bundesländern als typisches berufsbedingtes Risiko anerkannt, eine formelle Berufskrankheit im engeren Sinn gibt es im Beamtenrecht jedoch nicht.

Sollten Referendare schon eine DU-Versicherung abschließen?+

Ja, da die Gesundheitsprüfung zu diesem Zeitpunkt in der Regel am günstigsten ausfällt und spätere Vorerkrankungen so keinen Einfluss mehr auf den Vertrag haben.

Ändert sich die Situation je nach Schulform?+

Ja, an Schulen mit besonders herausforderndem Klientel oder großen Klassen ist die Belastung in der Regel höher, was sich auch in den Fallzahlen widerspiegelt.