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PKV Basics

Muss ich mich als Beamter privat krankenversichern?

Es gibt keine gesetzliche Pflicht, sich als Beamter privat krankenzuversichern. Was besteht, ist eine allgemeine Krankenversicherungspflicht, die in Deutschland für alle gilt. Diese lässt sich sowohl gesetzlich als auch privat erfüllen. In der Praxis führt die Kombination aus Beihilfe und PKV jedoch für die meisten Beamten zu spürbaren Vorteilen, weshalb sich der überwiegende Teil dafür entscheidet.

Von Jens Kempf8. Januar 20267 Min. Lesezeit

Redaktionell geprüft und freigegeben durch Jens Kempf. Bei der Texterstellung nutzen wir teilweise KI-Werkzeuge. Mehr zur KI-Transparenz

Muss ich mich als Beamter privat krankenversichern?

Symbolbild, digital gestaltet.

Versicherungspflicht statt PKV-Pflicht

Jede Person in Deutschland muss krankenversichert sein. Für Beamte bedeutet das nicht automatisch die private Krankenversicherung. Sie können sich stattdessen freiwillig gesetzlich versichern und zahlen dann den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung, da die Beihilfe in der GKV nicht mit dem Krankenkassenbeitrag verrechnet wird. Diese Kombination ist rechtlich möglich, wirtschaftlich für die meisten Beamten jedoch nachteilig.

Warum die PKV in Kombination mit Beihilfe meist günstiger ist

Die Beihilfe des Dienstherrn ist speziell darauf ausgelegt, mit einer privaten Restkostenversicherung zusammenzuwirken. Wer stattdessen freiwillig gesetzlich versichert bleibt, zahlt den vollen GKV-Beitrag aus dem eigenen Nettoeinkommen, ohne dass die Beihilfe angerechnet wird. Dadurch entstehen in der Regel deutlich höhere Gesamtkosten als bei einer Kombination aus Beihilfe und PKV-Restkostentarif.

Ausnahmen und Sonderfälle

  • Beamte mit Heilfürsorge, etwa bei Polizei oder Feuerwehr in bestimmten Bundesländern, benötigen keine eigene Krankenversicherung im aktiven Dienst
  • Beamte mit erheblichen gesundheitlichen Vorerkrankungen können in der PKV höhere Risikozuschläge erhalten und sollten Alternativen wie den Basistarif prüfen
  • Ehepartner mit eigenem, ausreichendem Einkommen sind nicht automatisch beihilfeberechtigt und müssen die Versicherungsfrage separat klären

Worauf es bei der Entscheidung ankommt

Die Entscheidung zwischen PKV und freiwilliger gesetzlicher Versicherung sollte auf Basis der individuellen Beihilfeberechtigung, des Gesundheitszustands und der familiären Situation getroffen werden. Für die meisten verbeamteten Personen ohne gravierende Vorerkrankungen ist die private Krankenversicherung mit Beihilfeergänzung die wirtschaftlich sinnvollere Lösung, da sie exakt auf das Beihilfesystem zugeschnitten ist.

Fazit

Beamte müssen sich nicht privat versichern, tragen aber wie jeder die allgemeine Versicherungspflicht. In den allermeisten Fällen ist die private Krankenversicherung in Kombination mit der Beihilfe die passendere und günstigere Lösung. Eine individuelle Prüfung der eigenen Situation schafft Klarheit.

Frist nach der Ernennung: Sechs Monate für die Entscheidung

Die wichtigste Frist für neu ernannte Beamte ist die Sechsmonatsfrist der Öffnungsaktion. Innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Ernennung in ein Beamtenverhältnis, also in der Regel mit Beginn des Vorbereitungsdienstes oder der Probezeit, nehmen die teilnehmenden privaten Krankenversicherer jede Beamtin und jeden Beamten auf: ohne Ablehnung wegen Vorerkrankungen, ohne Leistungsausschlüsse und mit einem Risikozuschlag von höchstens 30 Prozent. Wer diese Frist verstreichen lässt, unterliegt danach der normalen Risikoprüfung und kann bei ernsten Vorerkrankungen abgelehnt werden.

Die Frist gilt auch für Angehörige, die mitversichert werden sollen, und für Beamte, die zunächst in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben und später wechseln wollen: Der spätere Wechsel ist dann nur noch mit voller Gesundheitsprüfung möglich. Deshalb lohnt es sich, die Entscheidung in den ersten Wochen zu treffen und nicht erst, wenn der erste Beihilfeantrag ansteht.

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt, zahlt dort normalerweise den vollen Beitrag allein, weil es keinen Arbeitgeberzuschuss gibt und die klassische Beihilfe für GKV-Versicherte nur eingeschränkt greift. Einige Länder haben das geändert: Mit der pauschalen Beihilfe, oft Hamburger Modell genannt, zahlt der Dienstherr die Hälfte des GKV-Beitrags als Zuschuss. Eingeführt haben das, Stand der Redaktion, Hamburg seit 2018, danach Bremen, Brandenburg, Thüringen, Berlin und Baden-Württemberg; weitere Länder haben Modelle beschlossen oder beraten darüber. Die Entscheidung für die pauschale Beihilfe ist unwiderruflich und schließt die Rückkehr zur klassischen Beihilfe aus.

Für die Entscheidung zählen drei Fragen: Wie viele Kinder planen Sie, denn jedes Kind kostet in der PKV einen eigenen Beitrag, in der GKV nichts. Wie steht es um Ihre Gesundheit, denn die Öffnungsaktion schützt nur in den ersten sechs Monaten. Und planen Sie, dauerhaft im Beamtenverhältnis zu bleiben, denn beim Ausscheiden muss der PKV-Tarif auf 100 Prozent umgestellt werden. Für die große Mehrheit der Beamten ohne viele Kinder bleibt die Kombination aus Beihilfe und PKV rechnerisch deutlich günstiger, aber sie ist eine Entscheidung für Jahrzehnte.

  • Sechs Monate ab erster Ernennung: Aufnahme in der PKV mit höchstens 30 Prozent Zuschlag, ohne Ausschlüsse
  • Nach der Frist: volle Gesundheitsprüfung, Ablehnung möglich
  • GKV ohne pauschale Beihilfe: voller Beitrag allein
  • Pauschale Beihilfe: Hamburg, Bremen, Brandenburg, Thüringen, Berlin, Baden-Württemberg, Entscheidung unwiderruflich
Das Wichtigste in Kürze
  • Es gibt keine PKV-Pflicht, aber eine allgemeine Krankenversicherungspflicht.
  • Freiwillige gesetzliche Versicherung ist möglich, aber meist teurer für Beamte.
  • Die Beihilfe ist auf das Zusammenspiel mit einer privaten Restkostenversicherung ausgelegt.
  • Heilfürsorge kann die eigene Krankenversicherungspflicht im aktiven Dienst ersetzen.
  • Die Entscheidung sollte individuell anhand von Gesundheit und Familiensituation getroffen werden.

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Häufige Fragen

Kann ich als Beamter in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben?+

Ja, freiwillig gesetzlich versichert zu bleiben ist möglich, führt aber meist zu höheren Gesamtkosten als eine PKV mit Beihilfeergänzung.

Gibt es eine Frist für den Wechsel in die PKV?+

Eine feste gesetzliche Frist gibt es nicht, ein früher Einstieg wirkt sich aber meist günstig auf den Beitrag aus.

Was passiert bei Vorerkrankungen?+

Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen. In solchen Fällen lohnt sich ein Vergleich mehrerer Anbieter und gegebenenfalls der Basistarif.

Gilt die Versicherungspflicht auch für Beamtenanwärter?+

Ja, auch während der Ausbildung oder des Vorbereitungsdienstes besteht die allgemeine Krankenversicherungspflicht.

Kann ich als Beamter in der GKV bleiben?+

Ja, als freiwilliges Mitglied. Ohne pauschale Beihilfe zahlen Sie den vollen Beitrag allein, weil es keinen Arbeitgeberzuschuss gibt. In Ländern mit pauschaler Beihilfe übernimmt der Dienstherr die Hälfte des Beitrags, die Entscheidung dafür ist unwiderruflich.

Was ist die pauschale Beihilfe?+

Ein Zuschuss des Dienstherrn in Höhe des halben Krankenversicherungsbeitrags für Beamte, die gesetzlich oder zu 100 Prozent privat versichert sind, statt der klassischen anteiligen Beihilfe. Eingeführt in Hamburg, Bremen, Brandenburg, Thüringen, Berlin und Baden-Württemberg, Stand der Redaktion.