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Wie teuer ist die Krankenversicherung für Beamte wirklich?

Viele angehende Beamte schrecken vor der privaten Krankenversicherung zurück, weil sie hohe Beiträge befürchten. Tatsächlich zahlt ein Beamter für seine Krankenversicherung meist weniger als ein vergleichbarer Angestellter in der gesetzlichen Kasse, weil die Beihilfe des Dienstherrn den größten Teil der Gesundheitskosten übernimmt. In diesem Artikel erklären wir, wie sich der Beitrag konkret zusammensetzt.

Von Jens Kempf5. Januar 20268 Min. Lesezeit
Wie teuer ist die Krankenversicherung für Beamte wirklich?

Warum Beamte nur einen Restkostenanteil versichern müssen

Der Dienstherr gewährt Beamten eine Beihilfe zu den Kosten im Krankheitsfall. Aktive Beamte erhalten in der Regel 50 Prozent der Kosten erstattet, ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind steigt der Satz auf 70 Prozent. Versorgungsempfänger erhalten ebenfalls 70 Prozent, Ehepartner 70 Prozent und Kinder 80 Prozent. Die private Krankenversicherung muss also nur den verbleibenden Anteil, den Restkostentarif, absichern. Genau das macht den Beitrag im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung günstig.

Aus welchen Bausteinen sich der Beitrag zusammensetzt

  • Der beihilfekonforme Prozentsatz der ambulanten, stationären und zahnärztlichen Leistungen
  • Das Alter bei Vertragsbeginn, das über die Höhe der Alterungsrückstellung entscheidet
  • Der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Antragstellung
  • Gewählte Zusatzleistungen wie Einbettzimmer oder Chefarztbehandlung
  • Der gesetzliche Zuschlag zur Alterungsrückstellung, der spätere Beitragssteigerungen abfedern soll

Warum junge Beamte besonders günstig einsteigen

Der Beitrag zur privaten Krankenversicherung orientiert sich stark am Eintrittsalter. Wer als junger Beamtenanwärter in die PKV wechselt, zahlt über die gesamte Vertragslaufzeit einen niedrigeren Grundbeitrag, weil weniger Zeit bleibt, um Alterungsrückstellungen aufzubauen, und weil das Erkrankungsrisiko in jungen Jahren geringer eingeschätzt wird. Ein später Einstieg, etwa erst nach der Verbeamtung auf Lebenszeit, führt in der Regel zu einem höheren Beitrag.

Was einen fairen Vergleich ausmacht

Beim Vergleich von Angeboten lohnt sich ein Blick über den reinen Einstiegsbeitrag hinaus. Wichtig sind die Höhe der Selbstbeteiligung, der Umfang der Zahnstaffel, die Erstattung bei Heilmitteln wie Physiotherapie sowie die finanzielle Stabilität des Anbieters, erkennbar unter anderem an der Höhe der Alterungsrückstellungen pro Kunde. Ein neutraler Vergleich mehrerer Tarife hilft dabei, ein Angebot zu finden, das zu Besoldungsgruppe, Familiensituation und Gesundheitszustand passt.

Fazit

Die Krankenversicherung für Beamte ist grundsätzlich günstiger als für gesetzlich Versicherte, weil nur der Restkostenanteil abgesichert werden muss. Die tatsächliche Höhe hängt jedoch von Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang ab. Eine sorgfältige, individuelle Beratung zeigt, welcher Tarif langfristig sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze
  • Beamte versichern nur den Restkostenanteil, den die Beihilfe nicht übernimmt.
  • Aktive Beamte erhalten meist 50 Prozent Beihilfe, ab zwei Kindern 70 Prozent.
  • Der Beitrag hängt stark vom Eintrittsalter und Gesundheitszustand ab.
  • Ein früher Einstieg in die PKV wirkt sich langfristig günstig auf den Beitrag aus.
  • Ein Tarifvergleich sollte über den Einstiegsbeitrag hinaus Leistungen und Stabilität berücksichtigen.

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Häufige Fragen

Zahlen Beamte weniger als gesetzlich Versicherte?+

In den meisten Fällen ja, weil die Beihilfe einen Großteil der Kosten trägt und nur der Restanteil privat versichert werden muss.

Wie stark beeinflusst das Alter den Beitrag?+

Sehr stark. Je jünger man beim Einstieg ist, desto niedriger fällt der Beitrag über die Laufzeit tendenziell aus.

Muss ich Gesundheitsfragen beantworten?+

Ja, der Gesundheitszustand bei Antragstellung fließt in die Beitragskalkulation ein.

Wird der Beitrag im Alter automatisch teurer?+

Beiträge können mit dem Alter steigen, unter anderem durch medizinischen Fortschritt. Alterungsrückstellungen sollen dies teilweise abfedern.