Was auf Probe rechtlich bedeutet
Das Beamtenverhältnis auf Probe dauert je nach Land und Laufbahn in der Regel zwischen zwei und drei Jahren, in manchen Fällen länger. In dieser Zeit prüft der Dienstherr Ihre Bewährung. Sie sind vollwertiger Beamter mit allen Pflichten. Beim Versorgungsanspruch gilt jedoch eine Wartezeit von fünf Jahren, die Sie in der Probezeit nicht erfüllt haben.
Die Folge: Werden Sie in dieser Phase wegen Dienstunfähigkeit entlassen, erhalten Sie kein Ruhegehalt. Stattdessen werden Sie rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Was daraus an Erwerbsminderungsrente entsteht, hängt von Ihren wenigen Beitragsjahren ab und liegt in der Praxis häufig zwischen 400 und 900 Euro brutto im Monat.
Ein Fall aus dem Beratungsalltag
Eine Lehrerin, 29 Jahre alt, im zweiten Jahr auf Probe, A13. Nach einer längeren Erkrankung stellt die Amtsärztin fest, dass die Dienstfähigkeit dauerhaft nicht wiederhergestellt werden kann. Entlassung wegen Dienstunfähigkeit. Aus der Nachversicherung ergibt sich eine Erwerbsminderungsrente von rund 760 Euro brutto. Ihr Nettobedarf lag bei etwa 2.300 Euro, dazu kam ihr PKV-Beitrag. Ohne private Absicherung wäre daraus eine Existenzfrage geworden.
Sie hatte im Referendariat eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter DU-Klausel abgeschlossen, die auch die Entlassung eines Beamten auf Probe einschließt. Monatliche Leistung: 1.800 Euro. Das ist der Unterschied zwischen einer schwierigen Lebensphase und einem finanziellen Absturz.
Was Sie in der Probezeit konkret regeln sollten
- Dienstunfähigkeitsschutz mit ausdrücklichem Einschluss der Entlassung auf Probe und auf Widerruf.
- PKV-Tarif prüfen: Wurde der Anwärtertarif rechtzeitig in den regulären Beamtentarif überführt? Die Option läuft in der Regel innerhalb weniger Monate nach Statuswechsel ab.
- Diensthaftpflicht abschließen, spätestens jetzt. In der Probezeit fällt ein Fehler stärker ins Gewicht als später.
- Nachversicherungsgarantien nutzen: Verbeamtung, Beförderung, Heirat und Geburt sind typische Anlässe, die Absicherung ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
- Beihilfeberechtigung des Partners und der Kinder klären, bevor Beiträge doppelt laufen.
Der Fehler, der am häufigsten passiert
Viele warten mit der Absicherung bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit, weil dann ja alles sicher sei. Das ist genau verkehrt herum gedacht. Sie sind heute gesünder, günstiger und leichter versicherbar als in drei Jahren. Und Sie brauchen den Schutz gerade jetzt am dringendsten, weil der Dienstherr in dieser Phase am wenigsten auffängt.
Was der Wechsel auf Lebenszeit ändert
Mit der Verbeamtung auf Lebenszeit greift nach Erfüllung der Wartezeit die Beamtenversorgung. Bei früher Dienstunfähigkeit ist das die Mindestversorgung von 35,88 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Besser als die Nachversicherung, aber weit entfernt von Ihrem gewohnten Einkommen. Der private Schutz bleibt deshalb auch danach relevant, nur die benötigte Höhe verändert sich.
- In der Probezeit besteht wegen der Wartezeit von fünf Jahren in der Regel kein Anspruch auf Ruhegehalt.
- Bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit erfolgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung mit meist geringer Leistung.
- Der DU-Vertrag muss die Entlassung auf Probe und auf Widerruf ausdrücklich einschließen.
- Die Umstellung vom Anwärtertarif in den Beamtentarif hat eine Frist. Verpassen Sie sie nicht.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert das Beamtenverhältnis auf Probe?+
In der Regel zwischen zwei und drei Jahren, je nach Dienstherr und Laufbahn. Vordienstzeiten können angerechnet werden und die Probezeit verkürzen.
Bekomme ich als Beamter auf Probe eine Pension bei Dienstunfähigkeit?+
In der Regel nicht, weil die versorgungsrechtliche Wartezeit von fünf Jahren noch nicht erfüllt ist. Stattdessen erfolgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Eine Ausnahme gilt bei einem qualifizierten Dienstunfall.
Sollte ich schon im Referendariat eine DU-Absicherung abschließen?+
Ja. Im Referendariat sind Sie meist jung und gesund, die Beiträge sind niedrig und viele Gesellschaften bieten vergünstigte Startphasen mit späterer Erhöhungsoption ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Was passiert mit meinem Anwärtertarif in der PKV?+
Der Anwärtertarif endet mit dem Statuswechsel. Sie haben eine Frist, meist zwei bis sechs Monate, um ohne erneute Gesundheitsprüfung in den regulären Beamtentarif zu wechseln. Diese Frist sollten Sie sich notieren.


