Wer Bundesbeamter ist
Das Bundesbeamtengesetz (BBG) gilt nach § 1 für die Beamtinnen und Beamten des Bundes. Wer Beamte haben darf, regelt § 2 BBG: der Bund selbst sowie bundesunmittelbare Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, denen dieses Recht zusteht oder durch Gesetz verliehen wurde. In der Praxis spricht man deshalb von unmittelbaren Bundesbeamten, die direkt beim Bund angestellt sind, und mittelbaren Bundesbeamten bei solchen bundesunmittelbaren Einrichtungen. Diese beiden Begriffe sind gängige Fachsprache, stehen aber nicht im Gesetz.
Das Beamtenverhältnis ist nach § 4 BBG ein öffentlich-rechtliches Dienst- und Treueverhältnis. Berufen werden darf nach § 5 BBG nur, wer hoheitsrechtliche Aufgaben wahrnimmt oder Aufgaben, die zur Sicherung des Staates oder des öffentlichen Lebens nicht ausschließlich Angestellten übertragen werden dürfen. Landes- und Kommunalbeamte fallen dagegen unter das Beamtenstatusgesetz, das nach seinem § 1 für die Beamten der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände gilt, und unter das jeweilige Landesbeamtengesetz.
Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts arbeiteten am 30. Juni 2025 im Bundesbereich rund 206.000 Beamtinnen, Beamte, Richterinnen und Richter. Die 168.100 Berufs- und Zeitsoldaten sind darin nicht enthalten, sie zählt die Statistik getrennt.
Wo Bundesbeamte arbeiten
Bundesbeamte gibt es in den Bundesministerien und ihren Behörden, aber auch an Stellen, an die viele zuerst nicht denken. Für einige Bereiche steht das ausdrücklich im Gesetz.
- Bundespolizei und kriminalpolizeilicher Vollzugsdienst des Bundes: Für ihre Polizeivollzugsbeamten gilt zusätzlich das Bundespolizeibeamtengesetz.
- Zollverwaltung: Für den mittleren nichttechnischen Dienst beim Zoll legt § 23 BBesG sogar ein eigenes Eingangsamt fest.
- Bundeswehrverwaltung und Feuerwehrdienst der Bundeswehr: Zivile Beamte arbeiten neben den Soldaten, etwa im technischen Verwaltungsdienst der Wehrtechnik.
- Bundesagentur für Arbeit: Ihr Personal besteht vorrangig aus Angestellten, ihre Beamtinnen und Beamten sind nach § 387 SGB III aber Bundesbeamte.
- Post und Telekom: Die bei den Postnachfolgeunternehmen beschäftigten Beamten sind nach § 2 des Postpersonalrechtsgesetzes Bundesbeamte.
- Bahn: Beamte des Bundeseisenbahnvermögens sind der Deutschen Bahn zugewiesen, bleiben aber Beamte des Bundes.
Weil der Dienstherr der Bund ist, können Bundesbeamte nach § 28 BBG aus dienstlichen Gründen auch ohne ihre Zustimmung versetzt werden, wenn das neue Amt mindestens dasselbe Endgrundgehalt hat und die Tätigkeit nach Vorbildung und Ausbildung zumutbar ist. Das Gesetz begrenzt diese Versetzung nicht auf ein Bundesland. Daneben gibt es nach § 27 BBG die Abordnung, also die vorübergehende Tätigkeit bei einer anderen Dienststelle.
Statusarten: von Widerruf bis Lebenszeit
Das BBG unterscheidet in § 6 mehrere Arten des Beamtenverhältnisses. Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bildet die Regel. Davor steht meist das Beamtenverhältnis auf Probe, in dem Sie sich für die spätere Verwendung auf Lebenszeit bewähren. Wer einen Vorbereitungsdienst absolviert, ist Beamter auf Widerruf und erhält in dieser Zeit Anwärterbezüge. Daneben gibt es das Beamtenverhältnis auf Zeit für gesetzlich besonders bestimmte Fälle und das Ehrenbeamtenverhältnis für unentgeltliche Aufgaben.
Laufbahnen und Eingangsämter
Eine Laufbahn umfasst nach § 16 BBG alle Ämter, die verwandte und gleichwertige Vor- und Ausbildungen voraussetzen. Seit dem 17. März 2026 gilt für den Bund eine neue Bundeslaufbahnverordnung. Sie ordnet die Laufbahnen den vier Laufbahngruppen des einfachen, mittleren, gehobenen und höheren Dienstes zu. Welche Gruppe das ist, richtet sich nach dem Eingangsamt, also der Besoldungsgruppe, in der Sie nach der Ausbildung beginnen.
- Einfacher Dienst: Hauptschulabschluss und Vorbereitungsdienst oder Berufsausbildung, Eingangsamt A 3 oder A 4
- Mittlerer Dienst: Realschulabschluss oder Hauptschule mit Berufsausbildung, Eingangsamt A 6, im technischen Dienst A 6 oder A 7, beim Zoll A 7
- Gehobener Dienst: Hochschulreife und Vorbereitungsdienst oder Bachelor, Eingangsamt A 9, im technischen und naturwissenschaftlichen Dienst mit Bachelor auch A 10 oder A 11
- Höherer Dienst: Master oder gleichwertiger Abschluss, Eingangsamt A 13
Besoldung beim Bund
Die Besoldung der Bundesbeamten regelt das Bundesbesoldungsgesetz. Die Ämter sind nach § 20 BBesG in den Besoldungsordnungen A und B eingeordnet, für Professoren gilt die Besoldungsordnung W und für Richter und Staatsanwälte die Besoldungsordnung R. Das Grundgehalt der Besoldungsordnung A steht in Anlage IV BBesG. Die zuletzt verkündete Fassung gilt seit dem 1. März 2024. Danach beginnt das Grundgehalt in A 6 bei 2.833,40 Euro, in A 9 bei 3.354,26 Euro und in A 13 bei 5.046,30 Euro im Monat. Mit den Erfahrungsstufen steigt es, in A 9 bis zur Endstufe von 4.283,30 Euro.
Die Tariferhöhungen 2025 und 2026 zahlt der Bund bis zur gesetzlichen Umsetzung als Abschläge: 3 Prozent rückwirkend ab 1. April 2025 und weitere 2,8 Prozent ab 1. Mai 2026. In Anlage IV sind sie noch nicht enthalten. Hinzu kommt bei Ehe oder Kindern der Familienzuschlag. Die vollständige Tabelle von A 5 bis A 16 und die Familienzuschläge des Bundes finden Sie auf unseren eigenen Seiten.
Arbeitszeit
Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt für Bundesbeamte nach § 3 der Arbeitszeitverordnung (AZV) 41 Stunden. Schwerbehinderte Beamte können eine Verkürzung auf 40 Stunden beantragen. Dasselbe gilt für Beamte, die für ein Kind unter zwölf Jahren Kindergeld erhalten oder nahe Angehörige betreuen oder pflegen. Die Arbeitszeit wird bei Vollzeit auf Montag bis Freitag verteilt, aus dienstlichen Gründen auch auf sechs Tage. Als Obergrenze legt § 87 BBG fest, dass die regelmäßige Arbeitszeit im Durchschnitt 44 Stunden in der Woche nicht überschreiten darf.
Beihilfe für Bundesbeamte
Bei Krankheit erhalten Bundesbeamte Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV), und zwar bundesweit nach denselben Regeln, egal in welchem Land sie arbeiten. Der Bemessungssatz beträgt nach § 46 BBhV für aktive Beamte 50 Prozent, für Versorgungsempfänger 70 Prozent, für berücksichtigungsfähige Ehegatten und Lebenspartner 70 Prozent und für Kinder 80 Prozent. Mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Satz der beihilfeberechtigten Person auf 70 Prozent.
Den Rest sichern Sie in der Regel über eine private Krankenversicherung ab, deren Erstattungssatz zum Bemessungssatz passt. Ändert sich der Satz, etwa beim zweiten Kind oder im Ruhestand, passen Sie den Tarif an. Größter Beihilfedienstleister des Bundes ist das Bundesverwaltungsamt, das nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2023 rund 90 Prozent aller Beihilfeausgaben der Bundesverwaltung bearbeitet. Einige Behörden haben eigene Beihilfestellen.
Versorgung und Altersgrenze
Die Pension der Bundesbeamten regelt das Beamtenversorgungsgesetz. Ein Anspruch auf Ruhegehalt setzt nach § 4 BeamtVG grundsätzlich mindestens fünf Jahre Dienstzeit voraus, es sei denn, die Dienstunfähigkeit ist durch den Dienst verursacht. Für jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit gibt es nach § 14 BeamtVG 1,79375 Prozent, höchstens 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Die Regelaltersgrenze liegt nach § 51 BBG bei 67 Jahren. Für ältere Jahrgänge gelten Übergangsregeln, und für bestimmte Gruppen gibt es besondere Altersgrenzen, etwa 62 Jahre im Feuerwehrdienst der Bundeswehr.
- Bundesbeamte stehen im Dienst des Bundes oder einer bundesunmittelbaren Körperschaft, Anstalt oder Stiftung.
- Für sie gelten BBG, BBesG, BBhV und BeamtVG, für Landesbeamte dagegen Beamtenstatusgesetz und Landesrecht.
- Die Laufbahngruppe ergibt sich aus dem Eingangsamt: A 3 oder A 4, A 6, A 9 oder A 13.
- Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 41 Stunden pro Woche.
- Die Beihilfe beträgt 50 Prozent für Aktive, 70 Prozent im Ruhestand und 80 Prozent für Kinder.
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Häufige Fragen
Was ist ein Bundesbeamter?+
Eine Beamtin oder ein Beamter, deren Dienstherr der Bund oder eine bundesunmittelbare Körperschaft, Anstalt oder Stiftung ist. Für sie gilt das Bundesbeamtengesetz statt eines Landesbeamtengesetzes.
Wie viele Bundesbeamte gibt es?+
Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten am 30. Juni 2025 im Bundesbereich rund 206.000 Beamtinnen, Beamte, Richterinnen und Richter, nach vorläufigen Ergebnissen. Soldaten sind darin nicht enthalten.
Was verdient ein Bundesbeamter?+
Das hängt von Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe ab. Nach Anlage IV BBesG in der Fassung vom 1. März 2024 beginnt das Grundgehalt in A 9 bei 3.354,26 Euro und in A 13 bei 5.046,30 Euro im Monat. Seit 2025 zahlt der Bund zusätzlich Abschläge auf die Tariferhöhungen.
Wie lange arbeiten Bundesbeamte pro Woche?+
Regelmäßig 41 Stunden nach § 3 AZV. Auf Antrag 40 Stunden für Schwerbehinderte und für Beamte, die Kindergeld für ein Kind unter zwölf Jahren erhalten oder Angehörige pflegen.
Sind Beamte bei Post, Telekom und Bahn Bundesbeamte?+
Ja. Die bei den Postnachfolgeunternehmen beschäftigten Beamten sind nach dem Postpersonalrechtsgesetz Bundesbeamte. Die Beamten des Bundeseisenbahnvermögens sind der Deutschen Bahn zugewiesen.
Wie hoch ist die Beihilfe für Bundesbeamte?+
Nach § 46 BBhV 50 Prozent für aktive Beamte, 70 Prozent mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand, 70 Prozent für Ehegatten und 80 Prozent für Kinder.

