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Soldat auf Zeit: der Übergang nach der Dienstzeit und die Anschlussversorgung

Solange Sie dienen, ist die gesundheitliche Versorgung vollständig geregelt. Der Tag, an dem das endet, steht bei Soldaten auf Zeit von Anfang an im Kalender. Trotzdem ist er für viele der Moment, in dem sie sich zum ersten Mal mit Krankenversicherung beschäftigen.

Von Jens Kempf21. April 202611 Min Lesezeit
Soldat auf Zeit: der Übergang nach der Dienstzeit und die Anschlussversorgung

Was die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung abdeckt

Während der Dienstzeit trägt der Dienstherr Ihre Heilfürsorge vollständig. Sie zahlen keinen Beitrag zu einer Krankenversicherung und haben in dieser Zeit keine Beitragshistorie und keine Alterungsrückstellungen. Das ist während der Dienstzeit angenehm. Mit dem Dienstzeitende endet dieser Schutz und Sie stehen vor der Frage, wie Sie sich ab dem Folgetag versichern.

Warum die Anwartschaft der entscheidende Baustein ist

Eine Anwartschaftsversicherung ist ein kleiner Vertrag, der Ihnen für einen geringen monatlichen Beitrag das Recht sichert, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen vollwertigen PKV-Tarif zu wechseln. Der Beitrag liegt je nach Ausgestaltung meist zwischen 15 und 40 Euro im Monat. Der Wert ist ein anderer: Sie sichern Ihren heutigen Gesundheitszustand ein.

Das ist deshalb so relevant, weil Soldaten während der Dienstzeit überdurchschnittlich viele dokumentierte Befunde ansammeln. Knie, Rücken, Schulter, Gehör und psychische Belastung nach Einsätzen. Wer erst am Ende der Dienstzeit einen Antrag stellt, bringt eine gut dokumentierte Krankenakte mit. Wer mit 22 eine Anwartschaft eingerichtet hat, bringt den Gesundheitszustand von damals mit.

Die drei Wege nach dem Dienstzeitende

  • Übergang in ein ziviles Angestelltenverhältnis. Dann greift in der Regel die gesetzliche Krankenversicherung, sofern Sie nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen.
  • Übernahme als Berufssoldat oder Verbeamtung in einer anderen Laufbahn. Dann brauchen Sie eine beihilfekonforme PKV.
  • Selbständigkeit oder Übergangszeit mit Berufsförderung. Hier ist die private Krankenversicherung häufig die einzige realistische Option und die Anwartschaft entscheidet über den Beitrag.

In allen drei Fällen gilt: Die Weichenstellung fällt nicht am Dienstzeitende, sondern Jahre davor. Deshalb ist die Anwartschaft für Soldaten auf Zeit einer der wenigen Bausteine, die wir praktisch immer empfehlen.

Dienstunfähigkeit während der Dienstzeit

Auch Soldaten können dienstunfähig werden. Ohne Wehrdienstbeschädigung fällt die Versorgung häufig sehr überschaubar aus, und die Berufsförderung greift nur eingeschränkt, wenn Sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, eine Ausbildung abzuschließen. Ein privater Schutz mit einer für Soldaten passenden Klausel schließt diese Lücke. Achten Sie darauf, dass Einsätze und Auslandsverwendungen nicht pauschal ausgeschlossen sind.

Was Sie zwei Jahre vor Dienstzeitende erledigen sollten

  • Anwartschaft prüfen oder einrichten, falls noch nicht vorhanden.
  • Berufsförderungsdienst frühzeitig nutzen und den Zeitplan mit der Versicherungsplanung abgleichen.
  • Dienstunfähigkeitsschutz auf die Zeit nach dem Dienst prüfen, denn der Berufswechsel verändert die Risikoeinstufung.
  • Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfe realistisch einplanen, sie sind zeitlich befristet.
  • Private Haftpflicht und Rechtsschutz an den neuen Status anpassen.

Der Punkt, den viele erst zu spät sehen

Die Dienstzeit strukturiert Ihr Leben so umfassend, dass die Zeit danach oft erst im letzten Jahr konkret wird. Bei der Krankenversicherung ist das zu spät, weil die entscheidende Variable Ihr Gesundheitszustand ist und der sich mit den Jahren verändert. Alles andere lässt sich nachholen. Diesen einen Punkt nicht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die truppenärztliche Versorgung endet mit dem Dienstzeitende. Ab dem Folgetag brauchen Sie eigenen Schutz.
  • Eine Anwartschaft sichert Ihren heutigen Gesundheitszustand für wenige Euro im Monat.
  • Dokumentierte Befunde aus der Dienstzeit verteuern einen späten Antrag erheblich.
  • Planen Sie den Übergang zwei Jahre vor Dienstzeitende, nicht im letzten Halbjahr.

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Häufige Fragen

Was kostet eine Anwartschaftsversicherung?+

Je nach Ausgestaltung meist zwischen 15 und 40 Euro im Monat. Es gibt kleine Anwartschaften, die nur den Gesundheitszustand sichern, und große Anwartschaften, die zusätzlich Alterungsrückstellungen aufbauen.

Kann ich mich nach der Dienstzeit gesetzlich versichern?+

Wenn Sie in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis wechseln, ja. Bei Selbständigkeit, Verbeamtung oder einer Übergangsphase ist der Weg oft ein anderer. Deshalb sollte die Anwartschaft unabhängig vom geplanten Weg bestehen.

Sind Auslandseinsätze in einer Dienstunfähigkeitsversicherung mitversichert?+

Das hängt von der Gesellschaft ab. Manche Tarife schließen Einsätze aus oder verlangen Zuschläge. Prüfen Sie diesen Punkt vor Antragstellung, denn eine spätere Nachbesserung ist selten möglich.

Wie lange laufen Übergangsgebührnisse?+

Die Dauer richtet sich nach Ihrer Dienstzeit und ist gesetzlich gestaffelt. Es handelt sich um eine befristete Leistung, die einen Übergang finanzieren soll, nicht um eine dauerhafte Versorgung.