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Familie und Besoldung

Kindergeld für Beamte: Anspruch, Höhe und Auszahlung

Beamte erhalten dasselbe Kindergeld wie alle anderen Eltern. Seit der Familienkassenreform ist auch die zuständige Stelle dieselbe. Rückfragen entstehen vor allem an der Verbindung zum Familienzuschlag, den Ihre Bezügestelle zahlt.

Von Jens Kempf20. Januar 20269 Min Lesezeit

Redaktionell geprüft und freigegeben durch Jens Kempf. Bei der Texterstellung nutzen wir teilweise KI-Werkzeuge. Mehr zur KI-Transparenz

Kindergeld für Beamte: Anspruch, Höhe und Auszahlung

Symbolbild, digital gestaltet.

Wer zahlt das Kindergeld an Beamte aus

Früher setzten viele Dienstherren das Kindergeld über eigene Familienkassen des öffentlichen Dienstes fest und zahlten es mit den Bezügen aus. Diese Sonderzuständigkeit ist entfallen: Die Vorschrift dazu, § 72 EStG, ist aufgehoben, und die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die Familienkassenreform als Neuregelung der Zuständigkeit der Familienkassen des öffentlichen Dienstes. Zuständig ist heute auch für Beamte, Richter und Soldaten die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Sie setzt das Kindergeld fest und überweist es, getrennt von Ihrer Besoldung.

Rechtsgrundlage ist das Einkommensteuergesetz. Höhe, Antrag und zuständige Familienkasse sind deshalb dieselben wie bei Angestellten. Der Unterschied liegt beim Familienzuschlag: Ihn zahlt Ihre Bezügestelle mit der Besoldung, und für den Kinderanteil braucht sie die Angaben aus dem Kindergeldverfahren.

Wie hoch das Kindergeld ausfällt

Das Kindergeld beträgt seit Januar 2026 laut Bundesagentur für Arbeit 259 Euro je Kind und Monat, 4 Euro mehr als 2025. Derselbe Betrag steht in § 66 Abs. 1 EStG. Weil die Familienkasse der Bundesagentur auszahlt, finden Sie das Kindergeld nicht mehr in Ihrer Bezügemitteilung, sondern als eigene Gutschrift auf dem Konto.

  • Gezahlt wird grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag des Kindes.
  • In Ausbildung, Studium oder einem Freiwilligendienst besteht der Anspruch bis zum 25. Geburtstag.
  • Ohne Ausbildungsplatz und bei gemeldeter Arbeitsuche verlängert sich der Anspruch bis zum 21. Geburtstag.
  • Bei einer Behinderung, die vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist, kann der Anspruch dauerhaft bestehen.

Der Zusammenhang mit dem Familienzuschlag

Das Kindergeld ist die eine Leistung, der kinderbezogene Anteil im Familienzuschlag die andere. Beide bestehen parallel. Der Familienzuschlag ist Teil Ihrer Besoldung und steigt mit der Zahl der berücksichtigungsfähigen Kinder, das Kindergeld ist eine Steuervergütung. Wer nur auf eine der beiden Positionen schaut, unterschätzt seine tatsächlichen Familienleistungen.

Wichtig ist die Reihenfolge: Der kinderbezogene Anteil des Familienzuschlags setzt in der Regel voraus, dass für das Kind ein Kindergeldanspruch besteht. Fällt der Kindergeldanspruch weg, etwa weil ein Studium endet, entfällt üblicherweise auch dieser Teil des Familienzuschlags. Beides zusammen kann monatlich einen dreistelligen Betrag ausmachen.

So stellen Sie den Antrag

  • Antrag auf Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit stellen und die Kindergeldnummer anschließend Ihrer Bezügestelle mitteilen.
  • Geburtsurkunde des Kindes und die Steuer-Identifikationsnummer von Kind und Antragsteller beilegen.
  • Bei Kindern über 18 zusätzlich den Nachweis über Ausbildung, Studium oder Freiwilligendienst einreichen.
  • Änderungen wie Studienabbruch, Ausbildungsende oder Umzug zeitnah melden, sonst entstehen Rückforderungen.

Rückwirkend wird Kindergeld nur für einen begrenzten Zeitraum ausgezahlt. Stellen Sie den Antrag deshalb direkt nach der Geburt und nicht erst, wenn die erste Bezügemitteilung auffällt.

Was Familien mit zwei und mehr Kindern zusätzlich betrifft

Ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind steigt Ihr Beihilfe-Bemessungssatz in der Regel von 50 auf 70 Prozent. Ihr Anteil an den Krankheitskosten sinkt damit deutlich. Wenn Ihr Tarif in der privaten Krankenversicherung weiterhin 50 Prozent absichert, zahlen Sie doppelt ab. Melden Sie die Geburt also nicht nur der Familienkasse und Ihrer Bezügestelle, sondern prüfen Sie im gleichen Schritt Beihilfestelle und Restkostentarif.

Jede Geburt verändert drei Dinge gleichzeitig: Kindergeld, Familienzuschlag und Ihren Beihilfe-Bemessungssatz. Wer nur das Erste meldet, verschenkt Geld.
Das Wichtigste in Kürze
  • Kindergeld zahlt auch für Beamte die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, getrennt von der Besoldung.
  • 2026 sind es 259 Euro je Kind und Monat, für Beamte genauso wie für alle anderen Eltern.
  • Der kinderbezogene Familienzuschlag hängt am Kindergeldanspruch und fällt mit ihm weg.
  • Ab dem zweiten Kind steigt der Beihilfe-Bemessungssatz meist auf 70 Prozent. Der PKV-Tarif muss angepasst werden.
  • Änderungen zeitnah melden, damit keine Rückforderung entsteht.

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Häufige Fragen

Wer zahlt Beamten das Kindergeld aus?+

Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Die früheren Familienkassen des öffentlichen Dienstes sind mit der Familienkassenreform weggefallen, § 72 EStG ist aufgehoben. Ihre Bezügestelle zahlt nur noch den kinderbezogenen Familienzuschlag.

Erhalten Beamte mehr Kindergeld als Angestellte?+

Nein. Das Kindergeld ist für alle Eltern gleich hoch, 2026 sind es 259 Euro je Kind. Beamte erhalten zusätzlich den kinderbezogenen Anteil im Familienzuschlag, der Teil der Besoldung ist.

Bis wann besteht der Anspruch?+

Grundsätzlich bis zum 18. Geburtstag, in Ausbildung oder Studium bis zum 25. Geburtstag und bei gemeldeter Arbeitsuche bis zum 21. Geburtstag.

Was muss ich nach der Geburt melden?+

Den Kindergeldantrag bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, die Geburt bei Ihrer Bezügestelle für den Familienzuschlag und die Änderung bei Ihrer Beihilfestelle sowie Ihrer privaten Krankenversicherung.

Ändert sich mit dem zweiten Kind meine Beihilfe?+

In der Regel ja. Ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind steigt der Bemessungssatz meist von 50 auf 70 Prozent. Ihr Restkostentarif sollte im gleichen Schritt angepasst werden.