Die Beamtenberater

Dienstunfähigkeit bei der Bundeswehr

Dienstunfähigkeit bei Soldaten

Für Soldaten gilt die Wehrdienstfähigkeit mit eigenen Verwendungsgraden. Zeitsoldaten und Berufssoldaten stehen dabei vor völlig unterschiedlichen Folgen, wenn die Verwendungsfähigkeit entfällt.

Maßstab
Wehrdienstfähigkeit und Verwendungsgrad
Kritischer Punkt
Unterschied Zeit- und Berufssoldat
Nach dem Dienst
Heilfürsorge endet mit dem Dienstverhältnis

Der richtige Maßstab

Wehrdienstfähigkeit, Verwendungsgrade und der Status

Wer die Begriffe nicht trennt, versichert am Ende den falschen Fall.

Die Bundeswehr stuft die gesundheitliche Eignung in Verwendungsgrade ein. Fällt die Verwendungsfähigkeit dauerhaft weg, führt das bei Berufssoldaten zur Dienstunfähigkeit und zur Zurruhesetzung mit Versorgung.

Zeitsoldaten stehen anders da: Ihr Dienstverhältnis endet, ohne dass eine Beamtenversorgung entsteht. Es folgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, und der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ist deutlich niedriger als das Ruhegehalt eines Berufssoldaten.

Hinzu kommt die Heilfürsorge. Sie endet mit dem Dienstverhältnis. Wer keine Anwartschaft auf eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, muss sich danach mit dem dann bestehenden Gesundheitszustand neu versichern.

Typische Ursachen

Woran Soldaten tatsächlich dienstunfähig werden

Nicht der spektakuläre Unfall führt zur Zurruhesetzung, sondern die Erkrankung, die über Jahre wächst.

  • Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems durch körperliche Belastung und Ausrüstung
  • Posttraumatische Belastungsstörungen nach Einsätzen
  • Hörschäden durch Lärmexposition
  • Folgen von Unfällen im Übungs- und Einsatzbetrieb

Versorgung durch den Dienstherrn

Was der Dienstherr leistet und wo es endet

Berufssoldaten erhalten bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt nach den abgeleisteten Dienstjahren. Die besonderen Altersgrenzen verkürzen die mögliche Dienstzeit.

Zeitsoldaten werden nachversichert und stehen versorgungsrechtlich wie Angestellte da. Die Erwerbsminderungsrente liegt deutlich unter dem gewohnten Nettoeinkommen.

Die Heilfürsorge endet mit dem Dienstverhältnis. Eine Anwartschaftsversicherung sichert den Zugang zur privaten Krankenversicherung zum alten Gesundheitszustand.

Rechenbeispiel

Zeitsoldat und Berufssoldat im Vergleich

Beispielhafte Einordnung. Die konkreten Werte hängen von Dienstgrad, Dienstzeit und Status ab.

PositionPlanmäßiger VerlaufDienstunfähigkeit
StatusBerufssoldatSoldat auf Zeit
Folge bei DienstunfähigkeitZurruhesetzung mit RuhegehaltEnde des Dienstverhältnisses, Nachversicherung
Laufende LeistungRuhegehalt nach DienstjahrenErwerbsminderungsrente nach Rentenrecht
KrankenversicherungBeihilfe im RuhestandHeilfürsorge endet, Neuversicherung nötig

Der Statusunterschied entscheidet über die gesamte Absicherung. Für Zeitsoldaten ist die private Vorsorge deshalb kein Zusatz, sondern die Grundlage.

Vertragsgestaltung

Worauf Soldaten bei der Absicherung achten

Entscheidend sind die Bedingungen, nicht der Beitrag auf dem Angebotsblatt.

Dienstunfähigkeitsklausel für Soldaten

Der Vertrag sollte die Entlassung oder Zurruhesetzung wegen Wehrdienstunfähigkeit als Leistungsfall anerkennen.

Leistung auch für Zeitsoldaten

Viele Klauseln zielen auf Berufssoldaten. Prüfen Sie ausdrücklich, was bei einem Soldaten auf Zeit gilt.

Anwartschaft für die Krankenversicherung

Mit einer Anwartschaftsversicherung sichern Sie sich den Zugang zur privaten Krankenversicherung zum heutigen Gesundheitszustand.

Einsatzklausel prüfen

Manche Verträge schränken den Schutz bei Auslandseinsätzen ein. Das gehört vor Vertragsschluss geklärt.

Häufige Fragen

Fragen von Soldaten

Was passiert mit meiner Heilfürsorge nach dem Dienst?

Sie endet mit dem Dienstverhältnis. Danach müssen Sie sich selbst versichern. Eine vorher abgeschlossene Anwartschaft sichert den Zugang zur privaten Krankenversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung.

Sind Zeitsoldaten schlechter abgesichert?

Versorgungsrechtlich ja. Statt eines Ruhegehalts entsteht ein Rentenanspruch nach Nachversicherung, der deutlich niedriger ausfällt.

Was bedeuten die Verwendungsgrade?

Sie beschreiben, für welche Tätigkeiten Sie gesundheitlich einsetzbar sind. Ein dauerhaft eingeschränkter Grad kann zur Entlassung oder Zurruhesetzung führen.

Leistet eine Dienstunfähigkeitsversicherung bei einer Einsatzschädigung?

Das hängt von den Bedingungen ab. Prüfen Sie ausdrücklich, ob Auslandseinsätze und Einsatzfolgen eingeschlossen sind.