Dienstunfähigkeit im Einsatzdienst
Dienstunfähigkeit bei Feuerwehrleute
Im feuerwehrtechnischen Dienst entscheidet die Einsatzdienstfähigkeit. Wer die arbeitsmedizinische Untersuchung nach G 26.3 nicht mehr besteht, ist für den Atemschutzeinsatz gesperrt, oft lange bevor eine allgemeine Dienstunfähigkeit vorliegt.
- Maßstab
- Einsatzdienstfähigkeit, Atemschutztauglichkeit G 26.3
- Häufige Ursache
- Herz-Kreislauf, Rücken, Lunge, psychische Belastung
- Typische Folge
- Versetzung in den Innendienst
Der richtige Maßstab
Einsatzdienstfähigkeit und die Untersuchung nach G 26.3
Wer die Begriffe nicht trennt, versichert am Ende den falschen Fall.
Der Einsatzdienst mit Atemschutz setzt eine regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung voraus. Wird die Tauglichkeit nicht mehr bescheinigt, dürfen Sie keinen Atemschutz mehr tragen. Damit fällt der Kern der Einsatztätigkeit weg.
In der Praxis folgt daraus meist eine Verwendung im Innendienst, in der Leitstelle oder im vorbeugenden Brandschutz. Das Dienstverhältnis bleibt bestehen, Zulagen für Wechselschicht und Einsatzdienst entfallen dagegen häufig. Das Nettoeinkommen sinkt spürbar, ohne dass eine Dienstunfähigkeit im rechtlichen Sinn vorliegt.
Eine gute Absicherung greift deshalb nicht erst bei der Zurruhesetzung, sondern bereits beim Verlust der Einsatzdienstfähigkeit.
Typische Ursachen
Woran Feuerwehrleute tatsächlich dienstunfähig werden
Nicht der spektakuläre Unfall führt zur Zurruhesetzung, sondern die Erkrankung, die über Jahre wächst.
- Herz-Kreislauf-Belastung unter Atemschutz und schwerer Schutzkleidung
- Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems durch Tragen, Heben und Schichtdienst
- Atemwegserkrankungen nach Rauchgasexposition
- Psychische Belastung nach Einsätzen mit schweren Personenschäden
Versorgung durch den Dienstherrn
Was der Dienstherr leistet und wo es endet
Die Feuerwehr kennt eine besondere Altersgrenze, die je nach Land zwischen 60 und 62 Jahren liegt. Wer vorher aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet, erreicht den vollen Ruhegehaltssatz nicht.
Vor der Zurruhesetzung steht die Prüfung einer anderweitigen Verwendung. Das erhält das Einkommen dem Grunde nach, senkt es durch den Wegfall von Zulagen aber deutlich.
Ein Anspruch auf Mindestruhegehalt entsteht erst nach fünf Dienstjahren.
Rechenbeispiel
Was bleibt bei einer Dienstunfähigkeit mit 42
Beispielrechnung mit gerundeten Werten, ohne Zulagen und ohne Zurechnungszeit. Grundlage sind 71,75 Prozent nach 40 Dienstjahren und 35,88 Prozent nach 20 Dienstjahren.
| Position | Planmäßiger Verlauf | Dienstunfähigkeit |
|---|---|---|
| Ausgangslage | A9, 4.300 € brutto | A9, 4.300 € brutto |
| Ruhegehaltssatz | 71,75 % nach 40 Dienstjahren | 35,88 % nach 20 Dienstjahren |
| Monatliche Versorgung | 3.085 € | 1.543 € |
| Monatliche Lücke | keine | rund 1.542 € |
Rund 1.500 Euro fehlen jeden Monat. Hinzu kommt der Wegfall der Einsatz- und Wechselschichtzulagen, der in der Rechnung noch gar nicht enthalten ist.
Vertragsgestaltung
Worauf Feuerwehrleute bei der Absicherung achten
Entscheidend sind die Bedingungen, nicht der Beitrag auf dem Angebotsblatt.
Klausel zur Feuerwehrdienstunfähigkeit
Der Vertrag sollte den Verlust der Einsatzdienstfähigkeit als Leistungsfall anerkennen, nicht erst die Versetzung in den Ruhestand.
Leistung trotz Innendienstverwendung
Wird Ihnen ein Innendienstposten zugewiesen, darf das den Anspruch nicht ausschließen. Sonst zahlt der Vertrag genau dann nicht, wenn die Zulagen wegfallen.
Absicherung der Zulagen
Rechnen Sie Wechselschicht- und Einsatzzulagen in die Bedarfshöhe ein. Sie fallen im Innendienst weg, sind im Alltag aber fest eingeplant.
Nachversicherungsgarantie
Beförderung, Heirat oder Geburt eines Kindes sollten eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung erlauben.
Häufige Fragen
Fragen von Feuerwehrleute
Was bedeutet G 26.3 für meine Dienstfähigkeit?
G 26.3 ist die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung für schweren Atemschutz. Ohne gültige Tauglichkeit dürfen Sie nicht mehr unter Atemschutz eingesetzt werden. Das ist in der Praxis der häufigste Einstieg in eine eingeschränkte Verwendung.
Bin ich dienstunfähig, wenn ich in den Innendienst wechsle?
Rechtlich in der Regel nicht. Sie bleiben im Dienst, verlieren aber Zulagen. Nur ein Vertrag mit Klausel zur Einsatzdienstunfähigkeit fängt diese Lücke ab.
Wie wirkt sich die besondere Altersgrenze aus?
Sie führt dazu, dass Feuerwehrbeamte weniger Dienstjahre ansammeln als andere Laufbahnen. Der maximale Ruhegehaltssatz wird häufig gar nicht erreicht, unabhängig von einer Dienstunfähigkeit.
Zahlt die Unfallfürsorge nicht ohnehin?
Die Unfallfürsorge greift nur bei einem anerkannten Dienstunfall. Die meisten Dienstunfähigkeiten entstehen durch Erkrankungen, die sich über Jahre entwickeln.
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