Dienstunfähigkeit im Hochschuldienst
Dienstunfähigkeit bei Professoren
Professoren treten häufig erst spät in das Beamtenverhältnis ein. Damit bleiben weniger ruhegehaltfähige Dienstjahre, und eine Dienstunfähigkeit trifft die Versorgung besonders hart.
- Maßstab
- Allgemeine Dienstunfähigkeit
- Besonderheit
- Später Eintritt, wenige Dienstjahre
- Empfehlung
- Barmenia als erste Prüfung
Der richtige Maßstab
Später Eintritt, kurze Dienstzeit
Wer die Begriffe nicht trennt, versichert am Ende den falschen Fall.
Wer mit Anfang 40 auf eine W-Professur berufen wird, kann bis zur Altersgrenze kaum die Dienstjahre ansammeln, die für einen hohen Ruhegehaltssatz nötig sind. Vordienstzeiten aus Forschung und Lehre werden nur teilweise angerechnet.
Tritt eine Dienstunfähigkeit ein, wirkt sich das doppelt aus: Die ohnehin kurze Dienstzeit wird noch weiter verkürzt. Der Ruhegehaltssatz fällt entsprechend niedrig aus.
Zusätzlich sind Nebentätigkeiten und Drittmittelanteile nicht ruhegehaltfähig. Das gewohnte Gesamteinkommen liegt damit deutlich über dem, was die Versorgung abbildet.
Typische Ursachen
Woran Professoren tatsächlich dienstunfähig werden
Nicht der spektakuläre Unfall führt zur Zurruhesetzung, sondern die Erkrankung, die über Jahre wächst.
- Psychische Erkrankungen durch Dauerbelastung in Lehre, Forschung und Verwaltung
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Krebserkrankungen mit langen Ausfallzeiten
- Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems
Versorgung durch den Dienstherrn
Was der Dienstherr leistet und wo es endet
Der Ruhegehaltssatz entsteht aus den ruhegehaltfähigen Dienstjahren. Bei spätem Eintritt bleibt er selbst ohne Dienstunfähigkeit deutlich unter dem Höchstsatz.
Leistungsbezüge in der W-Besoldung sind nur teilweise ruhegehaltfähig. Prüfen Sie Ihren Bescheid genau.
Nebeneinkünfte aus Gutachten, Vorträgen oder Drittmitteln entfallen bei Dienstunfähigkeit vollständig.
Rechenbeispiel
Was bleibt bei einer Dienstunfähigkeit mit 52
Beispielrechnung mit gerundeten Werten. Angenommen sind 20 ruhegehaltfähige Dienstjahre gegenüber 25 bei regulärem Verlauf.
| Position | Planmäßiger Verlauf | Dienstunfähigkeit |
|---|---|---|
| Ausgangslage | W2 mit Leistungsbezügen, 8.000 € brutto | W2 mit Leistungsbezügen, 8.000 € brutto |
| Ruhegehaltfähige Bezüge | rund 7.000 € | rund 7.000 € |
| Ruhegehaltssatz | 44,8 % nach 25 Dienstjahren | 35,88 % nach 20 Dienstjahren |
| Monatliche Versorgung | rund 3.136 € | rund 2.512 € |
| Abstand zum aktiven Netto | spürbar | deutlich, zusätzlich entfallen Nebeneinkünfte |
Selbst im planmäßigen Verlauf liegt die Versorgung weit unter dem gewohnten Einkommen. Eine Dienstunfähigkeit verschärft das erheblich.
Vertragsgestaltung
Worauf Professoren bei der Absicherung achten
Entscheidend sind die Bedingungen, nicht der Beitrag auf dem Angebotsblatt.
Echte Dienstunfähigkeitsklausel
Die Zurruhesetzung durch den Dienstherrn sollte unmittelbar den Leistungsfall auslösen.
Ausreichend hohe Rentenhöhe
Wegen des hohen Einkommens und der kurzen Dienstzeit ist der Bedarf überdurchschnittlich. Standardhöhen reichen selten aus.
Barmenia als erste Prüfung
Für Professoren prüfen wir vorrangig die Barmenia, weil Leistungsbild und Beitragsentwicklung in dieser Gruppe regelmäßig überzeugen. Geprüft wird trotzdem der gesamte Markt.
Verzicht auf abstrakte Verweisung
Eine Verweisung auf eine andere wissenschaftliche oder beratende Tätigkeit darf den Anspruch nicht ausschließen.
Häufige Fragen
Fragen von Professoren
Warum ist die Versorgungslücke bei Professoren so groß?
Wegen des späten Eintritts in das Beamtenverhältnis. Es fehlen Dienstjahre, und Leistungsbezüge sowie Nebeneinkünfte sind nicht oder nur teilweise ruhegehaltfähig.
Werden Vordienstzeiten angerechnet?
Teilweise. Promotions- und Habilitationszeiten sowie bestimmte wissenschaftliche Tätigkeiten können berücksichtigt werden, allerdings begrenzt und nach festen Regeln.
Sind Leistungsbezüge ruhegehaltfähig?
Nur in dem Umfang, in dem sie ausdrücklich für ruhegehaltfähig erklärt wurden. Das steht in Ihrem Bescheid und unterscheidet sich je Hochschule und Land.
Welche Gesellschaft empfehlen Sie?
Für Professoren ist die Barmenia unsere erste Prüfung. Entscheidend bleibt der Einzelfall, deshalb vergleichen wir den Markt und legen die Gründe offen.
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