Veränderung 2026 auf 2027
Neugeschäft und Bestand sind nicht direkt vergleichbar.
Neugeschäftsbeitrag (Neukunden)
Monatsbeitrag für einen neu eintretenden Beamten, Mann, Eintrittsalter 27, je Tarifkombination
Bestandsanpassung zum 1.1.2027 (bestehende Verträge)
Durchschnittliche Anpassung der Beamtentarife laut Gesellschaft
Neue Tarife, Beiträge stabil
Angaben der Gesellschaften ohne Prozentwert
- LKH: Neue Beamtentarife, die Beiträge bleiben stabil.
- Hanse Merkur: Neue Beamtentarife, die Beiträge bleiben stabil.
- INTER: Neue Beamtentarife, die Beiträge bleiben stabil.
Was die ARAG für 2027 angekündigt hat
Laut der Information der Gesellschaft an Vermittler, Oktober 2026 steigen die Beiträge der ARAG-Beamtentarife zum Stichtag 1.1.2027 im Mittel um ca. 8 %. Es handelt sich um eine durchschnittliche Bestandsanpassung, sie beschreibt also, wie sich die laufenden Verträge der Beamtinnen und Beamten insgesamt verändern. Für einzelne Tarife, Bausteine oder Altersgruppen kann die tatsächliche Veränderung höher oder niedriger ausfallen.
Weil die ARAG nur eine ungefähre Größe nennt, sollten Sie den Wert als Orientierung lesen und nicht als Rechengrundlage. Schon zwischen zwei Verträgen im selben Tarif können Unterschiede bestehen, etwa durch ein anderes Eintrittsalter oder einen anderen Selbstbehalt.
Keine Neukundenzahl, sondern Bestand
Für die ARAG liegt uns keine Reihe mit Neugeschäftsbeiträgen vor. In unserem Vergleich erscheint sie deshalb in einer eigenen Gruppe neben der Debeka und nicht in der Rangliste der Neukundenpreise. Die beiden Größen messen Verschiedenes: Ein Neugeschäftsbeitrag zeigt, was ein neuer Kunde mit festem Profil beim Abschluss zahlt. Eine Bestandsanpassung zeigt, um wie viel bestehende Verträge im Durchschnitt teurer werden. Wer beides nebeneinanderstellt, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Auch der Vergleich mit der Debeka, die für ihre Beamtentarife 10,4 % angibt, hat Grenzen. Beide Werte sind Durchschnitte über sehr unterschiedliche Bestände mit eigener Altersstruktur und eigenen Tarifen. Ein Beamter der ARAG und einer der Debeka können trotz dieser Mittelwerte eine sehr ähnliche oder eine ganz andere Veränderung im eigenen Vertrag erleben.
Woran Sie die Anpassung im Schreiben erkennen
Verbindlich für Sie ist allein das persönliche Anschreiben der ARAG. Es führt die einzelnen Tarifbausteine Ihres Vertrags mit altem und neuem Monatsbeitrag auf und nennt die Rechnungsgrundlage, die die Neuberechnung ausgelöst hat. Im Beitrag zur Anpassung 2026 haben wir erläutert, dass jede Erhöhung vorher von einem unabhängigen Treuhänder geprüft wird. Das gilt für den Termin 2027 genauso.
- Welche Bausteine Ihres ARAG-Vertrags werden zum 1.1.2027 teurer, und welche bleiben gleich?
- Liegt die Veränderung Ihres Gesamtbeitrags in der Nähe des genannten Durchschnitts oder deutlich darüber?
- Nennt das Schreiben als Auslöser die Leistungsausgaben, die Sterbewahrscheinlichkeiten oder beides?
- Enthält es Hinweise auf andere ARAG-Tarife, in die Sie wechseln könnten?
Für den Termin 1.1.2027 muss das Schreiben spätestens im November 2026 bei Ihnen eintreffen. § 203 VVG verlangt, dass die neue Prämie erst mit dem Beginn des zweiten Monats nach der Mitteilung gilt. Kommt die Post später, beginnt der höhere Beitrag entsprechend später.
Was die ungefähre Angabe nicht leisten kann
Aus einem Durchschnitt mit dem Zusatz ca. lässt sich weder ableiten, ob gerade Ihr Tarif betroffen ist, noch wie viel Sie im Monat mehr zahlen. Bei Beihilfeberechtigten kommt hinzu, dass nur der private Anteil der Krankheitskosten versichert ist. Die Erhöhung wirkt auf den Beitrag für diesen Anteil, und dessen Höhe ist von Vertrag zu Vertrag verschieden. Wir nennen deshalb bewusst keine Beispielbeträge.
Ihre nächsten Schritte als ARAG-Kunde
- Bewahren Sie das ARAG-Schreiben auf und vergleichen Sie es mit der Mitteilung des Vorjahres, um die Entwicklung Ihres Vertrags zu sehen.
- Prüfen Sie, ob Ihr versicherter Anteil noch zu dem Beihilfebemessungssatz passt, der heute für Sie gilt.
- Bitten Sie die ARAG um Angebote für einen Tarifwechsel nach § 204 VVG, bei dem Ihre Alterungsrückstellungen angerechnet werden.
- Überlegen Sie, ob ein höherer Selbstbehalt oder eine Beitragsentlastung für den Ruhestand zu Ihren Finanzen passt.
- Ziehen Sie einen Wechsel der Gesellschaft nur nach genauer Prüfung in Betracht, denn eine neue Gesundheitsprüfung und der Verlust eines großen Teils der Alterungsrückstellung sprechen meist dagegen.
Beim internen Wechsel kann die ARAG für Leistungen, die über Ihren bisherigen Tarif hinausgehen, eine Gesundheitsprüfung verlangen. Für gleichwertigen oder geringeren Schutz entfällt sie in der Regel. Entscheidend für Beamte ist, dass der Zieltarif weiterhin zur Beihilfe passt und keine Lücke im Versicherungsschutz entsteht.
- Die ARAG nennt für ihre Beamtentarife zum 1.1.2027 eine durchschnittliche Bestandsanpassung von ca. 8 %.
- Die Angabe ist ungefähr und ein Mittelwert, einzelne Verträge können deutlich abweichen.
- Mit Neukundenbeiträgen anderer Gesellschaften lässt sich der ARAG-Wert nicht direkt vergleichen.
- Wie stark Ihr eigener ARAG-Vertrag steigt, zeigt nur das persönliche Anschreiben.
- Vor einem Anbieterwechsel steht die Prüfung eines internen Tarifwechsels nach § 204 VVG.
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In einem kostenlosen Erstgespräch ordnen wir Ihre Lage ein und zeigen Ihnen, was für Sie wirklich sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Um wie viel steigen die ARAG-Beiträge 2027 für Beamte?+
Die ARAG gibt für ihre Beamtentarife eine durchschnittliche Anpassung von ca. 8 % zum 1.1.2027 an. Das ist ein ungefährer Mittelwert über den Bestand, Ihr eigener Beitrag kann sich stärker oder schwächer verändern.
Warum nennt die ARAG nur einen ungefähren Wert?+
Die Gesellschaft hat Vermittler über eine Größenordnung informiert, nicht über einen exakten Durchschnitt. Gründe dafür nennt die Information nicht. Für Ihre Planung ist ohnehin der konkrete Betrag im Anschreiben entscheidend.
Betrifft die ARAG-Anpassung 2027 auch Zusatzversicherungen?+
Die uns vorliegende Angabe bezieht sich auf die Beamtentarife. Ob weitere Verträge, etwa ergänzende Bausteine, ebenfalls angepasst werden, sehen Sie an den Unterlagen, die Ihnen die ARAG zu jedem Vertrag zuschickt.
Ist die Anpassung der ARAG zum 1.1.2027 rechtens?+
Eine Beitragsanpassung ist zulässig, wenn die Voraussetzungen des § 203 VVG erfüllt sind und ein unabhängiger Treuhänder zugestimmt hat. Prüfen Sie im Schreiben, ob die maßgebliche Rechnungsgrundlage genannt und der Grund nachvollziehbar dargestellt ist.
Kann ich bei der ARAG nach der Erhöhung 2027 den Tarif wechseln?+
Ja. § 204 VVG gibt Ihnen das Recht, innerhalb der ARAG in einen anderen Tarif mit gleichartigem Schutz zu wechseln. Ihre Alterungsrückstellungen werden dabei angerechnet. Achten Sie auf die Beihilfekonformität des Zieltarifs.
Wie unterscheidet sich der ARAG-Wert von dem der Debeka?+
Die Debeka gibt 10,4 % an, die ARAG ca. 8 %. Beide Zahlen sind Durchschnitte über eigene Bestände. Ob Sie als ARAG-Kunde weniger stark betroffen sind als ein Debeka-Kunde, lässt sich daraus nicht schließen.


