Polizei
Polizeihauptkommissar: Besoldung, Laufbahn und Absicherung
Den Polizeihauptkommissar gibt es in zwei Besoldungsgruppen: A 11 und A 12. So sehen es die Bundespolizei-Laufbahnverordnung und das bayerische Besoldungsgesetz vor, und auch die Abzeichen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen unterscheiden beide Stufen.
- Besoldungsgruppe
- A 11/A 12, je nach Amt (Bund: Bundesbesoldungsordnung A „Soweit nicht in der Besoldungsgruppe A 12“, BPolLV Anlage 1; Bayern: in A 11 und A 12, BayBesG Anlage 1)
- Laufbahngruppe
- Gehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 2.1
- Voraussetzung
- Amt des Polizeioberkommissars; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 BLV)
Auf einen Blick
Dienstgrad Polizeihauptkommissar im Überblick
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Besoldungsgruppe | A 11/A 12, je nach Amt (Bund: Bundesbesoldungsordnung A „Soweit nicht in der Besoldungsgruppe A 12“, BPolLV Anlage 1; Bayern: in A 11 und A 12, BayBesG Anlage 1) |
| Laufbahngruppe | Gehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 2.1 |
| Voraussetzung | Amt des Polizeioberkommissars; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 BLV) |
| Typische Dauer bis zur Beförderung | Beim Bund frühestens ein Jahr nach der letzten Beförderung (§ 22 Abs. 4 BBG), Erprobung höherwertiger Dienstposten mindestens drei Monate (§ 13 BPolLV); Länder mit eigenen Fristen |
| Schulterstück | A 11: drei silberne Sterne, A 12: vier silberne Sterne (Dienstkleidungsordnung NRW, Polizei Sachsen) |
| Grundgehalt (Spanne, Tabellen 2024 bis 2026) | 3.948,33 Euro bis 6.103,87 Euro brutto im Monat, je nach Dienstherr und Stufe |
| Nächster Dienstgrad | Erster Polizeihauptkommissar, A 13 |
Stand der Redaktion: 2026-10-07. Quellen: [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19][20][21]
Aufgaben und Stellung
Die Bundesbesoldungsordnung A führt den Polizeihauptkommissar in A 11 mit dem Vermerk „Soweit nicht in der Besoldungsgruppe A 12“ und in A 12 mit dem Vermerk „Soweit nicht in der Besoldungsgruppe A 11“. Beim Bund bleibt die Amtsbezeichnung gleich, die Besoldungsgruppe unterscheidet die beiden Ämter.
Auch Bayern führt den Polizeihauptkommissar in Anlage 1 BayBesG sowohl in A 11 als auch in A 12. In Nordrhein-Westfalen und Sachsen sieht man den Unterschied auf der Schulter: drei silberne Sterne in A 11, vier in A 12.
Weg zum Polizeihauptkommissar
Zum Polizeihauptkommissar führt die Beförderung aus dem Amt des Polizeioberkommissars. Beim Bund richtet sich die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 BLV); stützt sie sich auf dienstliche Beurteilungen, darf deren Zeitraum höchstens drei Jahre zurückliegen (§ 22 Abs. 1 BBG, Bund).
Vor dem Polizeihauptkommissar liegen bei der Bundespolizei das Studium und die Probezeit von grundsätzlich drei Jahren (§ 37 BLV, Bund); zwischen zwei Beförderungen muss nach § 22 Abs. 4 BBG mindestens ein Jahr liegen. Höherwertige Dienstposten werden nach der Bundespolizei-Laufbahnverordnung mindestens drei Monate erprobt (§ 13 BPolLV). In den Ländern bestimmen Landesbeamtengesetz und Laufbahnverordnung die Fristen.
Besoldung und Zulagen
Für den Polizeihauptkommissar in A 11 und A 12 reicht das monatliche Grundgehalt über die 12 Besoldungstabellen von Bund und Ländern, die wir amtlich belegen, von 3.948,33 Euro in der ersten ausgewiesenen Stufe in Niedersachsen (Tabelle ab 1. April 2026) bis 6.103,87 Euro in der Endstufe in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026). Weil der Polizeihauptkommissar in A 11 und A 12 vorkommt, reicht seine Spanne von der ersten Stufe in A 11 bis zur Endstufe in A 12.
Für den Polizeihauptkommissar ändert sich die Polizeizulage beim Wechsel von A 11 nach A 12 nicht, denn Anlage IX des Bundesbesoldungsgesetzes staffelt sie nur nach Dienstzeit: 95 Euro nach einem, 228 Euro nach zwei Jahren. Bei Ehe oder Kindern kommt der Familienzuschlag dazu, den die Länder unterschiedlich bemessen; die Werte stehen auf unserer Seite zum Familienzuschlag. Die 228 Euro entsprechen rund 5,6 Prozent der ersten Stufe von A 11 beim Bund (4.056,80 Euro, Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes, Stand 1. März 2024).
Zehn Stunden Dienst an einem gesetzlichen Feiertag bringen einem Polizeihauptkommissar beim Bund 10 Stunden zu je 6,31 Euro, zusammen 63,10 Euro (Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten, § 4 EZulV, Bund).
Absicherung in diesem Dienstgrad
Die Heilfürsorge der Bundespolizei gilt für den Polizeihauptkommissar selbst (§ 70 Abs. 2 BBesG); für Ehepartner gelten die Beihilferegeln des Bundes mit 70 Prozent, für Kinder mit 80 Prozent (§ 80 Abs. 2 BBG, § 46 Abs. 2 BBhV). Die Lage in Ihrem Land zeigt unsere Seite zur freien Heilfürsorge.
Ruhegehaltfähig sind die Bezüge aus A 12 beim Bund erst, wenn Sie sie mindestens zwei Jahre erhalten haben (§ 5 Abs. 3 BeamtVG). Werden Sie vorher dienstunfähig und in den Ruhestand versetzt (§ 44 BBG, Bund), zählt das Amt davor; eine Dienstunfähigkeitsversicherung gleicht diese Differenz und den Abstand zur Besoldung aus.
Bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Pflichtverletzung nimmt der Bund als Dienstherr auch einen Polizeihauptkommissar in Rückgriff (§ 75 Abs. 1 BBG). Eine Diensthaftpflicht mit passender Deckungssumme übernimmt diese Forderungen.
Weiterführend
Offizielle Stellen und Rechtsgrundlagen
Fragen
Häufige Fragen: Dienstgrad Polizeihauptkommissar
Was verdient ein Polizeihauptkommissar?
Als Polizeihauptkommissar liegt Ihr Grundgehalt in A 11 und A 12 zwischen 3.948,33 Euro in Niedersachsen (Tabelle ab 1. April 2026) und 6.103,87 Euro in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026), je nach Dienstherr und Erfahrungsstufe.
Wie lange dauert es bis zum Polizeihauptkommissar?
Bei der Bundespolizei rechnerisch frühestens fünf Jahre nach Studienbeginn: drei Jahre Studium (§ 7 BPolLV) und je mindestens ein Jahr als Polizeikommissar und Polizeioberkommissar (§ 22 Abs. 4 BBG, Bund). In der Praxis entscheiden Beurteilungen und freie Planstellen.
Welche Schulterstücke trägt ein Polizeihauptkommissar?
In A 11 drei silberne Sterne, in A 12 vier silberne Sterne. So regelt es die Dienstkleidungsordnung NRW, und die Polizei Sachsen zeigt dieselben Abzeichen für „Polizeihauptkommissar A11“ und „A12“.
Ist ein Polizeihauptkommissar Beamter auf Lebenszeit?
Nicht in jedem Fall. Beim Bund ist der Polizeihauptkommissar rechnerisch zwei Jahre nach Einstellung auf Probe erreichbar (§ 22 Abs. 4 BBG), die Probezeit dauert grundsätzlich drei Jahre (§ 37 Abs. 1 BLV, Bund). Spätestens nach fünf Jahren wandelt der Bund bei erfüllten Voraussetzungen auf Lebenszeit um (§ 11 Abs. 2 BBG). Für Landesbeamte gilt Landesrecht.
Polizei-Dienstgrade
Weitere Dienstgrade
Polizeioberkommissar
A 10 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Erster Polizeihauptkommissar
A 13 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1, in herausgehobenen Funktionen mit Amtszulage)
Polizeimeisteranwärter
Anwärterbezüge; Ziel ist beim Bund das Eingangsamt A 7 (Polizeimeister, Bundesbesoldungsordnung A)
Polizeimeister
A 7 als Eingangsamt (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Polizeiobermeister
A 8 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Polizeikommissaranwärter
Anwärterbezüge; Ziel ist beim Bund das Eingangsamt A 9 (Polizeikommissar, BPolLV Anlage 1)
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