Polizei
Polizeioberkommissar: Besoldung, Laufbahn und Absicherung
Der Polizeioberkommissar ist das erste Beförderungsamt des gehobenen Polizeivollzugsdienstes und liegt beim Bund und in Bayern in der Besoldungsgruppe A 10. Er folgt auf den Polizeikommissar.
- Besoldungsgruppe
- A 10 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
- Laufbahngruppe
- Gehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 2.1
- Voraussetzung
- Amt des Polizeikommissars; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 BLV)
Auf einen Blick
Dienstgrad Polizeioberkommissar im Überblick
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Besoldungsgruppe | A 10 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1) |
| Laufbahngruppe | Gehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 2.1 |
| Voraussetzung | Amt des Polizeikommissars; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 BLV) |
| Typische Dauer bis zur Beförderung | Beim Bund frühestens ein Jahr nach der letzten Beförderung (§ 22 Abs. 4 BBG), bei höherwertiger Funktion mindestens drei Monate Erprobung (§ 13 BPolLV); Länder können abweichen |
| Schulterstück | Zwei silberne Sterne (Dienstkleidungsordnung NRW, Polizei Sachsen) |
| Grundgehalt (Spanne, Tabellen 2024 bis 2026) | 3.470,15 Euro bis 4.983,41 Euro brutto im Monat, je nach Dienstherr und Stufe |
| Nächster Dienstgrad | Polizeihauptkommissar, A 11 |
Stand der Redaktion: 2026-10-07. Quellen: [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19]
Aufgaben und Stellung
In der Bundespolizei-Laufbahnverordnung steht der Polizeioberkommissar in A 10 zwischen dem Polizeikommissar (A 9) und dem Polizeihauptkommissar (A 11/A 12). Anlage 1 BayBesG ordnet ihn in Bayern ebenfalls A 10 zu.
Eine Besonderheit beim Bund: Nach dem Aufstieg in den gehobenen Dienst kann, wer ein Amt der Besoldungsgruppe A 9 mit Amtszulage mindestens ein Jahr innehat, unmittelbar Polizeioberkommissar werden (§ 15 Abs. 5 BPolLV).
Weg zum Polizeioberkommissar
Zum Polizeioberkommissar führt die Beförderung aus dem Eingangsamt Polizeikommissar, das Sie nach Studium oder Aufstieg erreichen. Beim Bund ist die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung maßgeblich, gestützt auf die dienstliche Beurteilung (§ 22 Abs. 1 BBG, § 40 BLV).
Nach Bundesrecht ist die Beförderung frühestens ein Jahr nach Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Probe zulässig (§ 22 Abs. 4 BBG) und kann damit noch in die Probezeit fallen. Für höherwertige Dienstposten sieht die Bundespolizei-Laufbahnverordnung mindestens drei Monate Erprobung vor (§ 13 BPolLV). Die Länder regeln Wartezeiten und Erprobung in eigenen Laufbahnverordnungen.
Besoldung und Zulagen
Für den Polizeioberkommissar in A 10 reicht das monatliche Grundgehalt über die 12 Besoldungstabellen von Bund und Ländern, die wir amtlich belegen, von 3.470,15 Euro in der ersten ausgewiesenen Stufe in Thüringen (Tabelle ab 1. Februar 2025) bis 4.983,41 Euro in der Endstufe in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026).
Die Polizeizulage des Bundes ist eine Stellenzulage und wird nach dem Bundesbesoldungsgesetz nur für die Dauer der Funktion gezahlt (§ 42 Abs. 3 BBesG); nach zwei Jahren Dienstzeit beträgt sie 228 Euro. Als Polizeioberkommissar mit Familie kommt der Familienzuschlag hinzu, je nach Land unterschiedlich hoch, siehe unsere Seite zum Familienzuschlag. Die 228 Euro entsprechen rund 6,4 Prozent der ersten Stufe von A 10 beim Bund (3.575,51 Euro, Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes, Stand 1. März 2024).
Ein Nachtdienst von 20 bis 6 Uhr bringt einem Polizeioberkommissar beim Bund 10 Stunden zu je 2,97 Euro, zusammen 29,70 Euro (Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten, § 4 EZulV, Bund).
Absicherung in diesem Dienstgrad
Heilfürsorge erhält der Polizeioberkommissar der Bundespolizei als Sachleistung, Zuzahlungen und Belastungsgrenzen richten sich nach dem SGB V (§ 2 BPolHfV, Bund). Die Regeln der Länder fasst unsere Seite zur freien Heilfürsorge zusammen.
Ist ein Polizeioberkommissar beim Bund dienstunfähig, prüft der Dienstherr zuerst ein anderes Amt, auch einer anderen Laufbahn (§ 44 Abs. 2 BBG); erst wenn das nicht möglich ist, folgt der Ruhestand. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit Klausel für Polizeidienstunfähigkeit im Sinne des § 4 BPolBG (Bund) leistet, wenn die Klausel das vorsieht, schon bei Verlust der Polizeidiensttauglichkeit.
Hat der Bund als Dienstherr einem Dritten Schadensersatz geleistet, beginnt die Verjährung seines Rückgriffs erst mit Anerkennung oder rechtskräftiger Feststellung dieses Anspruchs (§ 75 Abs. 2 BBG). Eine Diensthaftpflicht deckt auch solche späten Forderungen im vereinbarten Umfang.
Weiterführend
Offizielle Stellen und Rechtsgrundlagen
Fragen
Häufige Fragen: Dienstgrad Polizeioberkommissar
Was verdient ein Polizeioberkommissar?
Als Polizeioberkommissar liegt Ihr Grundgehalt in A 10 zwischen 3.470,15 Euro in Thüringen (Tabelle ab 1. Februar 2025) und 4.983,41 Euro in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026), je nach Dienstherr und Erfahrungsstufe.
Wie lange dauert es bis zum Polizeioberkommissar?
Bei der Bundespolizei rechnerisch frühestens vier Jahre nach Studienbeginn: drei Jahre Studium (§ 7 BPolLV) und mindestens ein Jahr als Polizeikommissar (§ 22 Abs. 4 BBG, Bund). Den tatsächlichen Zeitpunkt bestimmen Beurteilung und freie Planstellen.
Welche Schulterstücke trägt ein Polizeioberkommissar?
Zwei silberne Sterne, so die Dienstkleidungsordnung der Polizei NRW und die Übersicht der Polizei Sachsen.
Ist ein Polizeioberkommissar Beamter auf Lebenszeit?
Nicht zwingend. Beim Bund kann schon ein Jahr nach Einstellung auf Probe zum Polizeioberkommissar befördert werden (§ 22 Abs. 4 BBG), die Probezeit dauert dort grundsätzlich drei Jahre (§ 37 Abs. 1 BLV, Bund). Wer über den Aufstieg kam, ist bereits auf Lebenszeit ernannt (§ 15 Abs. 1 BPolLV, Bund). Die Länder regeln das eigenständig.
Polizei-Dienstgrade
Weitere Dienstgrade
Polizeikommissar
A 9 als Eingangsamt (Bund: BPolLV Anlage 1; Bayern: Eingangsamt der dritten Qualifikationsebene, BayBesG Anlage 1)
Polizeihauptkommissar
A 11/A 12, je nach Amt (Bund: Bundesbesoldungsordnung A „Soweit nicht in der Besoldungsgruppe A 12“, BPolLV Anlage 1; Bayern: in A 11 und A 12, BayBesG Anlage 1)
Polizeimeisteranwärter
Anwärterbezüge; Ziel ist beim Bund das Eingangsamt A 7 (Polizeimeister, Bundesbesoldungsordnung A)
Polizeimeister
A 7 als Eingangsamt (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Polizeiobermeister
A 8 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Polizeikommissaranwärter
Anwärterbezüge; Ziel ist beim Bund das Eingangsamt A 9 (Polizeikommissar, BPolLV Anlage 1)
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