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Polizeiobermeister: Besoldung, Laufbahn und Absicherung

Der Polizeiobermeister ist das erste Beförderungsamt im mittleren Polizeivollzugsdienst und liegt beim Bund und in Bayern in der Besoldungsgruppe A 8. Er folgt auf den Polizeimeister und geht dem Polizeihauptmeister voraus.

Besoldungsgruppe
A 8 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
Laufbahngruppe
Mittlerer Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 1.2
Voraussetzung
Amt des Polizeimeisters; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 9 BBG, § 40 BLV)

Auf einen Blick

Dienstgrad Polizeiobermeister im Überblick

AngabeWert
BesoldungsgruppeA 8 (Bund: Bundesbesoldungsordnung A, BPolLV Anlage 1; Bayern: BayBesG Anlage 1)
LaufbahngruppeMittlerer Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen führt den Dienstgrad unter Laufbahngruppe 1.2
VoraussetzungAmt des Polizeimeisters; beim Bund Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 9 BBG, § 40 BLV)
Typische Dauer bis zur BeförderungBeim Bund frühestens ein Jahr nach der letzten Beförderung (§ 22 Abs. 4 BBG), bei höherwertiger Funktion mindestens drei Monate Erprobung (§ 13 BPolLV); Länder eigenes Recht
SchulterstückDrei blaue Sterne (Dienstkleidungsordnung NRW, Polizei Sachsen)
Grundgehalt (Spanne, Tabellen 2024 bis 2026)3.064,87 Euro bis 4.149,78 Euro brutto im Monat, je nach Dienstherr und Stufe
Nächster DienstgradPolizeihauptmeister, A 9 (eigener Artikel)

Stand der Redaktion: 2026-10-07. Quellen: [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19]

Aufgaben und Stellung

Der Polizeiobermeister ist beim Bund das Amt zwischen Polizeimeister (A 7) und Polizeihauptmeister (A 9). Die Bundespolizei-Laufbahnverordnung ordnet ihn der Besoldungsgruppe A 8 zu, Bayern führt ihn in Anlage 1 BayBesG ebenfalls in A 8.

Weil beim Bund Ämter, die regelmäßig zu durchlaufen sind, nicht übersprungen werden dürfen (§ 22 Abs. 3 BBG), führt der Weg vom Polizeimeister zum Polizeihauptmeister über den Polizeiobermeister.

Weg zum Polizeiobermeister

Zum Polizeiobermeister werden Sie aus dem Amt des Polizeimeisters befördert, das Sie nach der Ausbildung im Vorbereitungsdienst erreichen. Beim Bund entscheidet die Auswahl nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung (§ 40 der Bundeslaufbahnverordnung), in der Regel auf Basis der dienstlichen Beurteilung, deren Zeitraum höchstens drei Jahre zurückliegen darf (§ 22 Abs. 1 BBG, Bund).

Nach Bundesrecht ist die Beförderung frühestens ein Jahr nach der Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Probe zulässig (§ 22 Abs. 4 BBG) und kann damit noch in die Probezeit von grundsätzlich drei Jahren fallen (§ 37 Abs. 1 BLV, Bund). Ist eine höherwertige Funktion verbunden, verlangt die Bundespolizei-Laufbahnverordnung mindestens drei Monate Erprobung (§ 13 BPolLV). Für Landespolizisten gelten die Beförderungsregeln ihres Landes.

Besoldung und Zulagen

Für den Polizeiobermeister in A 8 reicht das monatliche Grundgehalt über die 12 Besoldungstabellen von Bund und Ländern, die wir amtlich belegen, von 3.064,87 Euro in der ersten ausgewiesenen Stufe in Brandenburg (Tabelle ab 1. Juli 2024) bis 4.149,78 Euro in der Endstufe in Rheinland-Pfalz (Tabelle ab 1. April 2026).

Ab zwei Jahren Dienstzeit beträgt die Polizeizulage beim Bund 228 Euro. Als Stellenzulage ist sie nach dem Bundesbesoldungsgesetz widerruflich und nur ruhegehaltfähig, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt (§ 42 Abs. 4 BBesG). Der Familienzuschlag kommt bei Ehe oder Kindern hinzu; vergleichen Sie die Beträge der Länder auf unserer Seite zum Familienzuschlag. Die 228 Euro entsprechen rund 7,3 Prozent der ersten Stufe von A 8 beim Bund (3.123,39 Euro, Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes, Stand 1. März 2024).

Ein Sonntagsdienst von acht Stunden bringt einem Polizeiobermeister beim Bund 8 Stunden zu je 6,31 Euro, zusammen 50,48 Euro (Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten, § 4 EZulV, Bund).

Absicherung in diesem Dienstgrad

Die Heilfürsorge der Bundespolizei läuft für den Polizeiobermeister auch in der Elternzeit weiter, sofern keine Familienversicherung nach § 10 SGB V besteht (§ 70 Abs. 2 Nr. 1 BBesG, Bund). Für Landesbeamte erklärt unsere Seite zur freien Heilfürsorge die Regeln Ihres Landes.

Als Lebenszeitbeamter des Bundes werden Sie bei Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, wenn Sie nicht anderweitig verwendbar sind (§ 44 Abs. 1 BBG). Die Bezüge des Polizeiobermeisters zählen dabei nach dem Beamtenversorgungsgesetz des Bundes erst, wenn Sie sie mindestens zwei Jahre erhalten haben, sonst gilt das vorherige Amt (§ 5 Abs. 3 BeamtVG). Den Abstand zur Besoldung schließt eine Dienstunfähigkeitsversicherung.

Haben zwei oder mehr Bundesbeamte einen Schaden gemeinsam verursacht, haften sie dem Dienstherrn als Gesamtschuldner (§ 75 Abs. 1 BBG). Eine Diensthaftpflicht deckt Ihren Anteil an solchen Rückgriffen im vereinbarten Umfang.

Fragen

Häufige Fragen: Dienstgrad Polizeiobermeister

Was verdient ein Polizeiobermeister?

Als Polizeiobermeister liegt Ihr Grundgehalt in A 8 zwischen 3.064,87 Euro in Brandenburg (Tabelle ab 1. Juli 2024) und 4.149,78 Euro in Rheinland-Pfalz (Tabelle ab 1. April 2026), je nach Dienstherr und Erfahrungsstufe.

Wie lange dauert es bis zum Polizeiobermeister?

Bei der Bundespolizei rechnerisch frühestens rund dreieinhalb Jahre nach Ausbildungsbeginn: zwei Jahre und sechs Monate Vorbereitungsdienst (§ 6 BPolLV) und mindestens ein Jahr als Polizeimeister (§ 22 Abs. 4 BBG, Bund). Tatsächlich entscheiden Beurteilung und freie Planstellen, in den Ländern zudem das Landesrecht.

Welche Schulterstücke trägt ein Polizeiobermeister?

Drei blaue Sterne. Das legt die Dienstkleidungsordnung der Polizei NRW fest, die Polizei Sachsen zeigt dasselbe Abzeichen.

Ist ein Polizeiobermeister Beamter auf Lebenszeit?

Nicht zwingend. Beim Bund ist die Beförderung zum Polizeiobermeister schon ein Jahr nach Einstellung auf Probe zulässig (§ 22 Abs. 4 BBG), die Probezeit dauert dort grundsätzlich drei Jahre (§ 37 Abs. 1 BLV, Bund). Die Länder haben eigene Fristen.

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