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Polizeikommissar: Besoldung, Laufbahn und Absicherung

Der Polizeikommissar ist das Eingangsamt des gehobenen Polizeivollzugsdienstes in der Besoldungsgruppe A 9. Sie erreichen es nach dem Studium als Polizeikommissaranwärter oder über den Aufstieg aus dem mittleren Dienst.

Besoldungsgruppe
A 9 als Eingangsamt (Bund: BPolLV Anlage 1; Bayern: Eingangsamt der dritten Qualifikationsebene, BayBesG Anlage 1)
Laufbahngruppe
Gehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen: Laufbahngruppe 2.1; Bayern: dritte Qualifikationsebene
Voraussetzung
Beim Bund: bestandene Laufbahnprüfung nach dem Studium (§ 17 Abs. 4 BBG) oder Aufstieg (§§ 15, 16 BPolLV)

Auf einen Blick

Dienstgrad Polizeikommissar im Überblick

AngabeWert
BesoldungsgruppeA 9 als Eingangsamt (Bund: BPolLV Anlage 1; Bayern: Eingangsamt der dritten Qualifikationsebene, BayBesG Anlage 1)
LaufbahngruppeGehobener Polizeivollzugsdienst (Bundespolizei); Polizei Sachsen: Laufbahngruppe 2.1; Bayern: dritte Qualifikationsebene
VoraussetzungBeim Bund: bestandene Laufbahnprüfung nach dem Studium (§ 17 Abs. 4 BBG) oder Aufstieg (§§ 15, 16 BPolLV)
Typische Dauer bis zur BeförderungBeim Bund frühestens ein Jahr nach Einstellung auf Probe (§ 22 Abs. 4 BBG), dann nach Auswahl und freier Planstelle; in den Ländern Landesrecht
SchulterstückEin silberner Stern (Dienstkleidungsordnung NRW, Polizei Sachsen)
Grundgehalt (Spanne, Tabellen 2024 bis 2026)3.241,87 Euro bis 4.452,28 Euro brutto im Monat, je nach Dienstherr und Stufe
Nächster DienstgradPolizeioberkommissar, A 10

Stand der Redaktion: 2026-10-07. Quellen: [1][2][3][4][5][6][7][8][9][10][11][12][13][14][15][16][17][18][19][20]

Aufgaben und Stellung

Beim Bund trägt der Polizeikommissar in Anlage 1 der BPolLV den Vermerk Eingangsamt des gehobenen Polizeivollzugsdienstes. Bayern führt ihn in A 9 „als Eingangsamt für die dritte Qualifikationsebene“ (Anlage 1 BayBesG).

In derselben Besoldungsgruppe A 9 steht bei der Bundespolizei auch der Polizeihauptmeister, das letzte Amt des mittleren Dienstes. Der Polizeikommissar gehört aber zur nächsthöheren Laufbahn, deren Ämter nach Anlage 1 der Bundespolizei-Laufbahnverordnung bis A 13 reichen.

Weg zum Polizeikommissar

Der Regelweg bei der Bundespolizei ist das dreijährige Studium als Polizeikommissaranwärter (§ 7 BPolLV) mit abschließender Laufbahnprüfung. Danach beginnt die Probezeit, beim Bund grundsätzlich drei Jahre mit mindestens zwei Beurteilungen (§ 37 BLV). Die Polizeien der Länder bilden an eigenen Hochschulen aus und haben eigene Laufbahnvorschriften.

Aus dem mittleren Dienst führt beim Bund der Aufstieg zum Polizeikommissar: Voraussetzung sind ein erfolgreiches Auswahlverfahren, das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit und drei Jahre Bewährung; die Aufstiegsausbildung dauert mindestens zwei Jahre (§ 15 BPolLV). Für Polizeihauptmeister der Bundespolizei mit mindestens zehn Dienstjahren und drei Jahren im Amt gibt es einen verkürzten Aufstieg von sechs Monaten (§ 16 BPolLV).

Besoldung und Zulagen

Für den Polizeikommissar in A 9 reicht das monatliche Grundgehalt über die 12 Besoldungstabellen von Bund und Ländern, die wir amtlich belegen, von 3.241,87 Euro in der ersten ausgewiesenen Stufe in Brandenburg (Tabelle ab 1. Juli 2024) bis 4.452,28 Euro in der Endstufe in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026).

Mit dem Wechsel in den gehobenen Dienst ändert sich die Polizeizulage des Bundes nicht: Anlage IX des Bundesbesoldungsgesetzes staffelt sie nur nach Dienstzeit, nicht nach Laufbahn, und zahlt nach zwei Jahren 228 Euro. Gründen Sie als Polizeikommissar eine Familie, kommt der Familienzuschlag hinzu; die Länderwerte stehen auf unserer Seite zum Familienzuschlag. Die 228 Euro entsprechen rund 6,8 Prozent der ersten Stufe von A 9 beim Bund (3.354,26 Euro, Anlage IV des Bundesbesoldungsgesetzes, Stand 1. März 2024).

Ein Samstagsdienst von 13 bis 20 Uhr bringt einem Polizeikommissar beim Bund 7 Stunden zu je 1,49 Euro, zusammen 10,43 Euro (Zulage für Dienst zu ungünstigen Zeiten, § 4 EZulV, Bund).

Absicherung in diesem Dienstgrad

Als Polizeikommissar der Bundespolizei erhalten Sie Heilfürsorge im Umfang der Leistungen nach dem SGB V, etwa ärztliche und zahnärztliche Behandlung oder Krankenhausbehandlung (§ 4 Abs. 1 BPolHfV, Bund). Ob Ihr Land ebenfalls Heilfürsorge gewährt, lesen Sie auf unserer Seite zur freien Heilfürsorge.

Nach dem Studium beginnt beim Bund die Probezeit, in der Dienstunfähigkeit zur Entlassung ohne Ruhestand führen kann (§ 34 Abs. 1 Nr. 3 BBG). Zusammen mit der Fünfjahresgrenze für ein Ruhegehalt (§ 4 BeamtVG, Bund) spricht das für eine Dienstunfähigkeitsversicherung, die bei Polizeidienstunfähigkeit leistet.

Wer über den Aufstieg kommt, ist beim Bund bereits Beamter auf Lebenszeit (§ 15 Abs. 1 BPolLV) und fällt bei Dienstunfähigkeit unter § 44 BBG. Für Rückgriffe des Bundes als Dienstherr bei grober Fahrlässigkeit (§ 75 BBG) gibt es die Diensthaftpflicht.

Fragen

Häufige Fragen: Dienstgrad Polizeikommissar

Was verdient ein Polizeikommissar?

Als Polizeikommissar liegt Ihr Grundgehalt in A 9 zwischen 3.241,87 Euro in Brandenburg (Tabelle ab 1. Juli 2024) und 4.452,28 Euro in Sachsen (Tabelle ab 1. April 2026), je nach Dienstherr und Erfahrungsstufe.

Wie lange dauert es bis zum Polizeikommissar?

Über das Studium werden Sie bei der Bundespolizei nach drei Jahren Polizeikommissar (§ 7 BPolLV). Über den Aufstieg aus dem mittleren Dienst dauert die Ausbildung beim Bund mindestens zwei Jahre, im verkürzten Aufstieg sechs Monate (§§ 15, 16 BPolLV).

Welche Schulterstücke trägt ein Polizeikommissar?

Einen silbernen Stern. Silber steht bei der Polizei Sachsen für die Laufbahngruppe 2.1; die Dienstkleidungsordnung NRW nennt für den Polizeikommissar „1 silberner Stern“.

Ist ein Polizeikommissar Beamter auf Lebenszeit?

Nach dem Studium noch nicht: Beim Bund beginnt das Amt mit der Probezeit von mindestens drei Jahren (§ 11 Abs. 1 BBG). Wer über den Aufstieg kommt, ist bereits Beamter auf Lebenszeit, denn § 15 Abs. 1 BPolLV setzt das beim Bund für die Zulassung voraus. In den Ländern gilt Landesrecht.

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