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Dienstunfähigkeit durch Depression: Was auf Beamte zukommt

Psychische Erkrankungen wie Depressionen führen bei Beamten inzwischen häufiger zur Dienstunfähigkeit als körperliche Leiden. Wer die Zusammenhänge und den Ablauf kennt, kann rechtzeitig vorsorgen.

Von Jens Kempf2. März 20269 Min Lesezeit
Dienstunfähigkeit durch Depression: Was auf Beamte zukommt

Warum psychische Erkrankungen so oft zur Dienstunfähigkeit führen

Dauerhafte Belastung, hohe Fallzahlen, Personalmangel und wachsende Verantwortung wirken sich in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes auf die psychische Gesundheit aus. Depressionen, Burnout und Angststörungen zählen mittlerweile zu den häufigsten Ursachen, wenn Beamte vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden müssen. Anders als ein Beinbruch ist eine Depression oft schleichend und wird lange verdrängt, bis die Belastung im Dienst nicht mehr tragbar ist.

Der Weg zur Feststellung der Dienstunfähigkeit

Am Anfang steht meist eine längere Krankschreibung, die vom Dienstherrn beobachtet wird. Überschreitet die Fehlzeit einen gewissen Zeitraum, wird in der Regel eine amtsärztliche Untersuchung veranlasst. Der Amtsarzt prüft, ob die Erkrankung die Dienstfähigkeit dauerhaft einschränkt und ob eine anderweitige Verwendung möglich ist. Erst wenn beides verneint wird, kommt es zur förmlichen Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit.

  • Längere Krankschreibung als Ausgangspunkt des Verfahrens
  • Amtsärztliche Untersuchung zur Klärung der Dauerhaftigkeit
  • Prüfung einer anderweitigen Verwendung vor der Zurruhesetzung
  • Möglichkeit eines betrieblichen Eingliederungsmanagements vorab

Welche Versorgung bleibt

Wer wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand versetzt wird, erhält ein Ruhegehalt, das sich aus den Dienstjahren berechnet: 1,79375 % je Dienstjahr, bis zum Höchstsatz von 71,75 %. Bei jungen Beamten mit wenigen Dienstjahren liegt die tatsächliche Versorgung häufig deutlich darunter, in manchen Fallkonstellationen im Bereich von rund 35,88 % der ruhegehaltfähigen Bezüge, sofern keine Zurechnungszeit oder andere Sonderregelung greift. Diese Lücke zum bisherigen Nettoeinkommen ist erheblich.

Absicherung über eine Dienstunfähigkeitsversicherung

Eine private Dienstunfähigkeitsversicherung schließt genau diese Lücke, indem sie eine monatliche Rente zahlt, sobald die Dienstunfähigkeit amtlich festgestellt wurde. Bei psychischen Vorerkrankungen ist es wichtig, den Vertrag frühzeitig abzuschließen, denn Gesundheitsfragen zu bereits bestehenden Beschwerden können später zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen. Wer den Abschluss verschiebt, riskiert im Ernstfall, gar keinen Schutz mehr zu bekommen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Psychische Erkrankungen sind eine der Hauptursachen für Dienstunfähigkeit bei Beamten
  • Das Verfahren läuft über Krankschreibung, Amtsarzt und Prüfung einer anderen Verwendung
  • Die gesetzliche Versorgung liegt bei wenigen Dienstjahren oft deutlich unter dem letzten Nettoeinkommen
  • Eine DU-Versicherung sollte möglichst vor dem Auftreten erster Beschwerden abgeschlossen werden

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Häufige Fragen

Zählt Burnout als Dienstunfähigkeit?+

Burnout ist keine eigenständige Diagnose, wird aber häufig als depressive Episode oder Erschöpfungssyndrom eingeordnet und kann bei entsprechender Schwere zur Dienstunfähigkeit führen.

Kann ich vor der amtsärztlichen Untersuchung gekündigt werden?+

Nein, das Beamtenverhältnis endet nicht durch Kündigung. Über die Dienstfähigkeit entscheidet der Dienstherr auf Basis der amtsärztlichen Feststellung.

Wirkt sich eine bereits laufende Therapie negativ auf eine DU-Versicherung aus?+

Eine laufende Behandlung muss bei Antragstellung wahrheitsgemäß angegeben werden und kann zu Risikoprüfung, Zuschlag oder Ausschluss führen. Deshalb lohnt sich ein früherer Abschluss.

Wie lange dauert das Verfahren bis zur Zurruhesetzung?+

Das kann je nach Bundesland und Einzelfall mehrere Monate bis über ein Jahr dauern, insbesondere wenn Wiedereingliederungsversuche unternommen werden.