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Ruhegehalt für Beamte: So wird Ihre Pension berechnet

Das Ruhegehalt ist die Altersversorgung der Beamtinnen und Beamten und tritt an die Stelle der gesetzlichen Rente. Wie hoch es ausfällt, hängt von zwei Größen ab: der ruhegehaltfähigen Dienstzeit und den ruhegehaltfähigen Bezügen. Wer die Berechnungslogik kennt, kann seine spätere Versorgung realistisch einschätzen.

Von Jens Kempf3. Februar 20269 Min Lesezeit

Redaktionell geprüft und freigegeben durch Jens Kempf. Bei der Texterstellung nutzen wir teilweise KI-Werkzeuge. Mehr zur KI-Transparenz

Ruhegehalt für Beamte: So wird Ihre Pension berechnet

Symbolbild, digital gestaltet.

Ruhegehalt-Rechner

Berechnung nach § 14 Beamtenversorgungsgesetz des Bundes. Die Länder rechnen weitgehend gleich, Abweichungen sind möglich.

Ruhegehaltssatz
71,75 Prozent
Versorgungsabschlag
0,00 Prozent
Ruhegehalt brutto pro Monat
3.073,27 Euro
  • 1,79375 Prozent je Dienstjahr, höchstens 71,75 Prozent. Abschlag 3,6 Prozent je Jahr vor der Altersgrenze, höchstens 10,80 Prozent bei Dienstunfähigkeit und 14,40 Prozent beim Ruhestand auf Antrag.
  • Bruttobetrag vor Lohnsteuer und Krankenversicherung. Nicht berücksichtigt sind die Ausnahmen vom Abschlag nach 45 bzw. 40 Dienstjahren und die amtsunabhängige Mindestversorgung. Eine verbindliche Auskunft gibt nur Ihre Versorgungsstelle.

Was ist ruhegehaltfähige Dienstzeit?

Zur ruhegehaltfähigen Dienstzeit zählen grundsätzlich alle Zeiten im Beamtenverhältnis, in denen tatsächlich Dienst geleistet wurde. Auch bestimmte Ausbildungs- und Vordienstzeiten können angerechnet werden, allerdings nicht automatisch in vollem Umfang. Wehr- oder Zivildienst, Beurlaubungen ohne Bezüge oder bestimmte Teilzeitphasen wirken sich unterschiedlich auf die Anrechnung aus.

Die Berechnungsformel im Überblick

Je ruhegehaltfähigem Dienstjahr entsteht ein Versorgungsanspruch von 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge. Der Höchstsatz liegt bei 71,75 Prozent, der nach etwa 40 Dienstjahren erreicht wird. Die ruhegehaltfähigen Bezüge orientieren sich in der Regel am Grundgehalt der letzten Besoldungsgruppe zuzüglich bestimmter Zulagen.

  • 1,79375 % Ruhegehaltssatz je ruhegehaltfähigem Dienstjahr
  • Höchstsatz von 71,75 % nach rund 40 Dienstjahren
  • Berechnungsgrundlage sind die ruhegehaltfähigen Bezüge
  • Mindestversorgung greift bei sehr kurzen Dienstzeiten

Ein Rechenbeispiel

Eine Beamtin mit 35 ruhegehaltfähigen Dienstjahren und ruhegehaltfähigen Bezügen von 4.800 Euro erreicht einen Ruhegehaltssatz von 35 mal 1,79375 Prozent, also rund 62,8 Prozent. Das ergibt ein Ruhegehalt von etwa 3.014 Euro monatlich vor Steuern und vor Abzug des Beihilfeanteils zur Krankenversicherung. Wer weniger Dienstjahre ansammelt, etwa durch späten Eintritt in den Staatsdienst oder Teilzeitphasen, erreicht entsprechend einen niedrigeren Satz.

Warum die eigene Versorgungslücke wichtig ist

Zwischen den letzten Aktivbezügen und dem späteren Ruhegehalt entsteht in vielen Fällen eine spürbare Differenz. Diese Versorgungslücke lässt sich anhand der eigenen Dienstzeit und Besoldungsgruppe grob abschätzen und rechtzeitig in die private Finanzplanung einbeziehen, etwa über eine ergänzende Altersvorsorge.

Ruhegehalt-Beispiele 2026: A9 bis A15 bei 40 und 30 Dienstjahren

Die Formel ist für alle Besoldungsgruppen gleich: Ruhegehaltssatz mal ruhegehaltfähige Bezüge. Nach 40 Dienstjahren ist der Höchstsatz von 71,75 Prozent erreicht, nach 30 Dienstjahren liegt der Satz bei 53,81 Prozent. Die folgenden Beispiele rechnen mit angenommenen, gerundeten ruhegehaltfähigen Bezügen der jeweiligen Endstufe. Maßgeblich sind die Beträge Ihrer Besoldungstabelle und Ihres Dienstherrn, die Werte dienen der Orientierung und zeigen vor allem, wie stark fehlende Dienstjahre wirken.

  • A9, angenommen 4.000 Euro: rund 2.870 Euro nach 40 Jahren, rund 2.150 Euro nach 30 Jahren
  • A11, angenommen 4.700 Euro: rund 3.370 Euro nach 40 Jahren, rund 2.530 Euro nach 30 Jahren
  • A13, angenommen 5.800 Euro: rund 4.160 Euro nach 40 Jahren, rund 3.120 Euro nach 30 Jahren
  • A15, angenommen 7.100 Euro: rund 5.090 Euro nach 40 Jahren, rund 3.820 Euro nach 30 Jahren

Zehn fehlende Dienstjahre kosten in jeder Gruppe rund ein Viertel der Pension. Genau hier entsteht die Lücke bei Quereinsteigern, bei langer Teilzeit und bei früher Dienstunfähigkeit. Von den Bruttobeträgen gehen noch Steuern und der PKV-Beitrag ab, wobei die Beihilfe im Ruhestand auf 70 Prozent steigt und den Beitrag senkt.

Nach unten ist die Pension durch die Mindestversorgung abgesichert. Sie beträgt entweder 35 Prozent der eigenen ruhegehaltfähigen Bezüge oder 65 Prozent der Endstufe der Besoldungsgruppe A4, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Die Mindestversorgung greift vor allem bei kurzer Dienstzeit und bei früher Dienstunfähigkeit, ersetzt aber nie das letzte Gehalt.

Wer vor der Regelaltersgrenze in Pension geht, zahlt einen Versorgungsabschlag von 3,6 Prozent je Jahr des vorzeitigen Ruhestands. Bei Dienstunfähigkeit ist der Abschlag auf 10,8 Prozent begrenzt, beim Antragsruhestand ab 63 auf 14,4 Prozent. Der Abschlag wird vom Ruhegehalt abgezogen und gilt dauerhaft, auch wenn die Regelaltersgrenze später überschritten wird. Die Zurechnungszeit bei Dienstunfähigkeit mildert das: Die Zeit bis zum vollendeten 62. Lebensjahr wird zu zwei Dritteln als Dienstzeit angerechnet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Ruhegehalt berechnet sich aus ruhegehaltfähiger Dienstzeit und ruhegehaltfähigen Bezügen.
  • Je Dienstjahr entstehen 1,79375 %, der Höchstsatz liegt bei 71,75 %.
  • Nicht jede Vordienstzeit wird automatisch in voller Höhe angerechnet.
  • Ein Rechenbeispiel zeigt die tatsächliche Größenordnung der späteren Versorgung.
  • Die Differenz zwischen Aktivbezügen und Ruhegehalt sollte frühzeitig eingeplant werden.

Häufige Fragen

Ab wie vielen Dienstjahren erreicht man den Höchstsatz?+

Der Höchstsatz von 71,75 Prozent wird rechnerisch nach rund 40 ruhegehaltfähigen Dienstjahren erreicht.

Zählt die Ausbildungszeit zur ruhegehaltfähigen Dienstzeit?+

Bestimmte Ausbildungs- und Vordienstzeiten können angerechnet werden, allerdings meist nicht in voller Höhe und abhängig vom Einzelfall.

Wird das Ruhegehalt versteuert?+

Ja, das Ruhegehalt unterliegt als Versorgungsbezug der Einkommensteuer, wobei ein Versorgungsfreibetrag berücksichtigt wird.

Was passiert bei Teilzeit während der Dienstzeit?+

Teilzeitphasen werden anteilig auf die ruhegehaltfähige Dienstzeit angerechnet, was den späteren Ruhegehaltssatz entsprechend mindert.

Wie hoch ist die Mindestversorgung?+

Die Mindestversorgung beträgt 35 Prozent der eigenen ruhegehaltfähigen Bezüge oder 65 Prozent der Endstufe von A4, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Sie sichert vor allem Beamte mit kurzer Dienstzeit und bei früher Dienstunfähigkeit nach unten ab.

Welche Abschläge gibt es bei vorzeitiger Pensionierung?+

Je Jahr vor der Regelaltersgrenze werden 3,6 Prozent vom Ruhegehalt abgezogen. Bei Dienstunfähigkeit ist der Abschlag auf 10,8 Prozent begrenzt, beim Antragsruhestand auf 14,4 Prozent. Der Abschlag gilt dauerhaft.