Abschluss einer PKV als Lehrer: Macht das Sinn?

Krankenversicherungen für Lehrer sind ein Thema, das meist schon Referendare stark beschäftigt: Privat oder doch lieber gesetzlich? Welche Krankenversicherung für Lehrer am besten ist, hängt entscheidend von ihrem Beschäftigungsstatus ab.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben und zu 90 Prozent identisch. Bei der privaten Krankenkasse besteht die Möglichkeit, sich einen individuellen Versicherungsschutz aus verschiedenen Bausteinen selbst zusammenzustellen.

Die private Versicherung für Lehrer hat eine so lange Tradition, dass sie fast schon wie ein Automatismus wirkt. Jedoch wird kein Lehrer oder Referendar rechtlich zu einer privaten Krankenversicherung gezwungen. Für die meisten Beamten ist die private Krankenversicherung allerdings vorteilhafter als die gesetzliche. Heutzutage sind aber längst nicht alle Lehrkräfte verbeamtet. Es gibt viele angestellte Lehrer und auch viele Freiberufler. Auf die Vor- und Nachteile der Versicherungen bei den unterschiedlichen Anstellungsverhältnissen soll hier genauer eingegangen werden.

Beamte

Die am häufigsten gewählte Krankenversicherung für Beamte ist die private Krankenversicherung. Beamten steht es im Gegensatz zu Angestellten unabhängig von der Höhe ihrer Besoldung (ihres Einkommens) frei, sich zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenkasse zu entscheiden. Die private Krankenkasse bringt ihnen allerdings entscheidende Vorteile.

Bei der privaten Krankenversicherung für Beamte erhalten diese von ihrem Dienstherren eine sogenannte Beihilfe in Höhe von üblicherweise 50 bis 80 Prozent. Der Rest der Krankheitskosten ist vom Beamten selbst zu tragen. Die genaue Höhe der Beihilfe variiert von Bundesland zu Bundesland, Ihrem Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder.

Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung liegen hier klar auf der Hand:

  • geringere Kosten durch die Beihilferegelung
  • schnellere Terminvergabe
  • Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus
  • Chefarztbehandlung
  • bessere Leistungen beim Zahnersatz
  • individuelles Leistungspaket beim Versicherungsschutz

Familienangehörige können in der PKV für Lehrer mitversichert werden. Allerdings muss für jeden Angehörigen ein eigener Vertrag abgeschlossen werden. Der Dienstherr beteiligt sich an den Kosten.

Als Nachteil einer privaten Krankenversicherung bei Beamten kann sich die Gesundheitsprüfung vor der Aufnahme bei der Versicherung erweisen. Bei bereits vorhandenen Vorerkrankungen oder Risikofaktoren wie Übergewicht kann sich ein hoher Versicherungsbetrag ergeben. Zudem ist ein späterer Wechsel zurück in die gesetzliche Krankversicherung unter Umständen nicht so leicht zu realisieren.

Die gesetzliche Krankenversicherung bringt für Lehrer im Angestelltenverhältnis aber meist deutlich mehr Nachteile mit sich als die private. Regulär erhalten Beamte anders als Angestellte keinen Arbeitgeberzuschuss zur GKV. Das bedeutet, dass verbeamtete Lehrer die Kosten einer GKV zu 100 Prozent selbst tragen müssen.

Einige Bundesländer zahlen mittlerweile einen Zuschuss zur GKV. Dies stellt allerdings eine Ausnahme von der Arbeitgeberzuschussregelung dar und sollte von Ihnen im Vorfeld genauestens geprüft werden.

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Lehramtsanwärter

Auch Beamte auf Probe und Beamte auf Widerruf erhalten den staatlichen Zuschuss der Beihilfe. Referendare kommen in der privaten Krankversicherung meist in den Genuss von speziell vergünstigten Sondertarifen. Auch sie können bereits alle Vorteile der privaten Krankenversicherung nutzen, wie ein Einzelzimmer und eine Chefarztbehandlung.

In der GKV zahlen Lehramtsanwärter meist einen Betrag von ca. 260 Euro. In der privaten Krankversicherung hingegen nur etwa 80 bis 100 Euro.

Für Lehramtsanwärter besteht die Möglichkeit einer kostenlosen Anwartschaftsversicherung. Mit dieser lässt sich der Gesundheitsstand nach einem Check auf dem aktuellen Stand einfrieren. Auch wenn in späteren Jahren weitere Gesundheitsrisiken oder Krankheiten auftreten, spielen diese dann keine Rolle mehr. Eine Anwartschaft lässt sich bereits als Student abschließen.

Lehrer im Angestelltenverhältnis

Lehrer, die angestellt sind, müssen ein Bruttojahresgehalt vom mindestens 64.350 Euro nachweisen (Stand 2022), um überhaupt in eine private Krankenversicherung aufgenommen werden zu können. Entscheiden sie sich dafür, profitieren sie von einer besseren medizinischen Versorgung und können sich ihre Leistungen individuell zusammenstellen.

Die Beiträge für die PKV sind nicht an das Einkommen gebunden, sondern richten sich nach Alter und Gesundheitszustand beim Versicherungsabschluss sowie den gewählten Leistungen. Bei der GKV zahlen Lehrer im Angestelltenverhältnis 14,6 Prozent ihres versicherungspflichtigen Einkommens. Kinder können beitragsfrei in der Familienversicherung mitversichert werden. Das ist bei der PKV nicht möglich.

Freiberufler

Freiberuflich tätige Pädagogen unterliegen ebenfalls der Krankenversicherungspflicht. Wie Beamte haben auch sie unabhängig von ihrem Einkommen die Wahlfreiheit zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei der GKV müssen Freiberufler den vollen Beitragssatz zahlen. Der Beitrag bemisst sich am versicherungspflichtigen Einkommen. Freiberufler haben dabei zwei Optionen:

  • Zahlen sie 14,6 Prozent an versicherungspflichtigem Einkommen, steht ihnen ab der siebten Krankheitswoche ein Krankengeld zu.
  • Wenn sie nur 14 Prozent zahlen, haben sie kein Anrecht auf Krankengeld.

Freiberufler haben ein Recht darauf, in den Basistarif der privaten Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Damit müssen sie keine Gesundheitsprüfung absolvieren. Der Basistarif ist der GKV inhaltlich und preislich sehr ähnlich.

Ein großer Vorteil der privaten Krankversicherung besteht darin, sich mit einem Bausteinprinzip ein individuelles Versicherungspaket zu schnüren. Die Leistungen sind ein Leben lang garantiert und der Beitrag hängt nicht von der Höhe des Einkommens ab.

Für Freiberufler ist die private Krankenversicherung bei einem höheren Einkommen meist günstiger als die gesetzliche. Bei einem geringeren Einkommen ist die gesetzliche Krankenkasse günstiger.

Da ein Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenkasse schwierig und in einigen Fällen rechtlich sogar ausgeschlossen ist, sollten besonders Freiberufler, die Familie haben oder bereits älter sind, genau prüfen, ob die Vorteile einer privaten Krankenversicherung für sie tatsächlich überwiegen.

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